Augustfehn - Manchmal brauchen interessante Geschichten aus vergangenen Zeiten einen kleinen Anstoß, um wieder lebendig zu werden. So erging es auch Harald Steinfeld. Der Augustfehner ist Urenkel von Oltmann Steinfeld – dem früheren Besitzer des einstigen Gasthofes Augustfehn und späteren Gasthofes Steinfeld.
Der erste Impuls war 2016. Ein Projekt verlief aber im Sande, erinnert sich der 67-jährige Urenkel. Er stellte seinerzeit Texte und Fotos zusammen. Sein Vater habe viel und gerne vom Großvater beziehungsweise Urgroßvater erzählt. „Ich kannte diese Geschichten von der Kneipe“, so Harald Steinfeld. Der ortsbildprägende Gasthof, der 1918 als „Augustfehner Hof“ in den Besitz der Familie Brüggemann überging, wurde 2011 komplett abgerissen. Glücklicherweise hat sich Harald Steinfeld ein großes, rundes, gusseisernes Fenster als Andenken sichern können. „Das Fenster ist bei den Abbrucharbeiten heruntergefallen und in drei Teile zerbrochen. Ich habe es in mühsamer Arbeit wieder zusammensetzen können“, ist der Urenkel froh. Heute befinden sich auf diesem Grundstück Lidl und Rossmann.
Eine Zeitreise
Oltmann Steinfeld wurde als Sohn des Landwirts Johann Hinrich Steinfeld und seiner Frau Thalke Helene (geb. Hammjediers) am 17. Januar 1857 geboren und wuchs mit vier Geschwistern auf. Als früherer Besitzer des Augustfehner Hofes bewirtschafte er mit seiner Frau Helene von 1890 bis 1918 den Gasthof. Oltmann und Helene Steinfeld hatten drei Söhne und vier Töchter. Durch sein Lohnfuhrwerk wurde er weit über die Grenzen des Ammerlandes bekannt. Oltmann Steinfeld war immer voller Humor und hat für alles, besonders was die Heimat angeht, volles Interesse gezeigt.
Der Urgroßvater von Harald Steinfeld ist gebürtiger Augustfehner und seine Militärpflicht erfüllte er als Freiwilliger beim Oldenburgischen Artillerie-Regiment. Nach der Entlassung aus dem Militärdienst trat er sofort dem Kriegerverein Augustfehn-Bokel bei, dem er 63 Jahre angehörte.
Seit 1879 war Oltmann Steinfeld Mitglied des Männergesangvereins „Concordia“, wo er selten einen Singabend versäumte. Am 25. April 1925 wurde ihm eine Urkunde als Ehrenmitglied im Turnverein Augustfehn verliehen. Er verstarb am 28. Juni 1939 im 83. Lebensjahr.
Lange Geschichte
Das 1858 errichtete Gebäude hieß zunächst Gasthof Augustfehn und später Gasthof Steinfeld. 1918 wurde der „Augustfehner Hof“ daraus, als das Gebäude in den Besitz der Familie Brüggemann überging.
Mit der sich daran anschließenden Ära verbinden viele Augustfehner schöne Erinnerungen. Im Saal wurde getanzt, Musik gehört und so manche große Liebe kennengelernt. Bekannte Musikbands gaben Konzerte, und auch ein Kino war dort untergebracht.
Harald Steinfeld hat in dem gusseisernen Giebelfenster, die Zeitgeschichte des Gebäudes dargestellt. Das Hauptmerkmal legte der Augustfehner dabei auf den Zeitabschnitt von 1890 bis 1918. „Etwa ein Jahr lang habe ich das Fenster restauriert. Die Bilder zeigen die Geschichte des Gebäudes und einige Familienfotos der Vorfahren. Das große Giebelfenster hat einen besonderen Platz im Flur.“
Und es gibt ein weiteres Andenken: „Das ehemalige Geschirr aus Steinfelds Gasthof befindet sich noch heute in meinem Besitz“, ist der Nachkomme dankbar.
