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Geflügelpest im Ammerland 6000 Puten in Gießelhorst müssen getötet werden

Hermann Gerdes
Puten sind besonders anfällig für die Geflügelpest, weil sie oft in Offenställen gehalten werden.

Puten sind besonders anfällig für die Geflügelpest, weil sie oft in Offenställen gehalten werden.

Hermann Gerdes

Ammerland - Die Geflügelpest ist wieder im Ammerland: In einem Putenbestand in Gießelhorst in direkter Nähe zur Autobahn 28 wurde am Samstag die Diagnose gestellt: Aviäre Influenza. 6000 Tiere müssen getötet werden.

Am 17. März vergangenen Jahres hatte es zuletzt in einem Bestand in Wiefelstede einen Ausbruch gegeben. Wochenlang gab es fortan Sperr- und Beobachtungsgebiete und vor allem Transport- und Handelsbeschränkungen.

Seit Mitte Oktober 2021 gab es in Deutschland aber wieder Hunderte von infizierten Wildvögeln sowie über 50 Ausbrüche bei Geflügel und gehaltenen Vögeln.

Im vorigen Jahr war der Landkreis Cloppenburg von der Geflügelpest besonders betroffen. 41 der 71 Ausbrüche gab es hier. 30 Prozent der deutschen Puten werden im Nachbarlandkreis gehalten.

Reihe von Maßnahmen

Nach der Geflügelpest ist vor der Geflügelpest. Und so handelte der Geflügelwirtschaftsverband in Kooperation mit den Putenhaltern der Region. In Arbeitsgruppen beschäftigten sie sich mit einer Reihe von Maßnahmen. Zusammen mit Experten aus dem Stallbaubereich und der Lüftungstechnik wurde untersucht, Viruseinträge in Offen-Ställe zu vermeiden. Abläufe der Produktion wurden überprüft. Eine Master-Studentin erfasst dafür alle betroffenen Putenbetriebe der Region mit ihren jeweiligen Stall- und Hygienemanagement. Die Putenwirtschaft installierte zudem ein Frühwarnsystem zum schnelleren Erkennen von Viren der Aviären Influenza.

Wind spielt eine Rolle

Die Dichte an Ställen in Bösel und besonders Garrel hatte zur Virusübertragung beigetragen. Aber: auch der Wind spielte eine Rolle. Bei stürmischen Winden können verschiedenen Geflügelpestvarianten über Staub und andere Partikel auch in benachbarte Ställe durch die offenen Jalousien eindringen. Offenställe mit Außenklimareizen seien ja aus Gründen des Tierwohls erwünscht, meint Geschäftsführer Dieter Oltmann vom Geflügelwirtschaftsverband. Vielleicht sei es ratsam, einige offene Putenställe für andere Tierarten, zum Beispiel für die Hähnchenmast, umzubauen. Aber die Landkreise müssten dafür auch die Baugenehmigung erteilen.

An diesem Wochenende verabschiedeten Agrarverbände und Geflügelwirtschaft auch ein Maßnahmenpaket gegen die Geflügelpest. Danach werden Geflügelschauen und -märkte abgesagt, Besucherkontakte beschränkt. „Die Lage ist dramatisch“, hieß es aus Nordrhein-Westfalen. „Für Niedersachsen werden diese Maßnahmen dann verhängt, wenn es in den einzelnen Landkreisen eine Aufstallungsanordnung für Geflügel gibt“, meinte Dieter Oltmann. Rund zwei Drittel der Landkreise in Niedersachsen haben bereits eine Stallpflicht angeordnet.

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