Bad Zwischenahn - Es scheint ein ambitioniertes Ziel, das sich die Gemeinde Bad Zwischenahn im Klimaschutzkonzept gesetzt hat: Bis 2035 soll der gesamte Strombedarf in der Gemeinde durch erneuerbare Energien gedeckt werden. Aktuell werden in der Gemeinde 15 Prozent aus Sonne, Wind und Biomasse erzeugt. Aber es kommt Bewegung in die Sache.
Bad Zwischenahn nimmt am „Wettbewerb“ teil. Dabei sind Kommunen im bundesweiten Ranking dazu aufgerufen, ihre Leistung an Photovoltaikstrom schnellstmöglich zu verdoppeln. Auf Basis des Marktstammdatenregisters kann eingesehen werden, wie viele Photovoltaikanlagen in den Kommunen stehen. Wie Klimaschutzmanagerin Laura Helen Finger mitteilt, waren in der Gemeinde Bad Zwischenahn zum Jahresende 2021 rund 542 Photovoltaik-Anlagen in Betrieb mit einer Bruttonennleistung von 10.520 Kilowatt. Zum 31. Juli waren es 630 (11.197 Kilowatt Bruttonennleistung) – ein Plus von 88 Anlagen.
79 Prozent Zuwachs
Ein Blick auf die Zubaurate zeigt: Von Januar bis Juli wurden 79 Prozent mehr Anlagen errichtet als Vergleichzeitraum des Vorjahres. „Dabei hat sicherlich die Lage am Energiemarkt die Nachfrage angekurbelt“, vermutet Finger. Gleichzeitig blicke die Gemeinde auch zufrieden auf die Inanspruchnahme des lokalen Förderprogramms „Zwischenahner Klimazuschuss“ zurück, das seit Ende Juli endgültig ausgeschöpft ist. Rund 37 Photovoltaikanlagen wurden innerhalb von wenigen Stunden Ende März bewilligt und werden nun nach und nach im Privaten gebaut. Im gleichen Zug hat die Gemeinde auch 36 Stromspeicher mit gefördert, berichtet Finger.
Bis vor wenigen Tagen was es möglich, 1000 Euro Zuschuss für erneuerbare Heizungsanlagen wie Wärmepumpen oder Solarthermie-Anlagen zu beantragen. „Das große Ziel der Wärmewende muss durch kleine Schritte wie diese angegangen werden.“ Von diesen Heizungsanlagen, die meist Erdgas- oder Ölheizungen ersetzen werden, hat die Gemeinde rund 38 gefördert. Weitere Fördergelder wurden für weniger aufwendige Heizungsoptimierungen bewilligt. Die Fördermittelempfänger, die eine positive Nachricht erhalten haben, sollen die Schlussrechnungen und damit die Auszahlungsbeantragung bis 30. Juni einreichen.
Weitere Schritte
Klimaschutzmanagerin Finger hat schon die nächsten Schritte im Blick. Im Herbst soll der inhaltliche Schwerpunkt der Förderrichtlinie für den „Zwischenahner Klimazuschuss 2023“ im Rahmen der Haushaltsberatungen für das kommende Jahr neu festgelegt werden. Hierbei werden – wie im letzten Jahr – lokale Energieberater und Schornsteinfeger aus der Praxis mit einbezogen. Auch ein Gespräch mit der Stadt Oldenburg, die ebenso Förderungen vergibt, ist angesetzt. Zudem soll das Antragsabwicklungsverfahren intern auf den Prüfstand gestellt werden. „Damit erhoffen wir uns, 2023 in der Gemeinde erneut zielgerichtet Investitionen für mehr Klimaschutz zu fördern und hier Anreize zu setzen.“
