Edewecht - Geschichte zu erhalten und Traditionen zu bewahren ist ein Anliegen einer Gruppe von Bürgern der Bauerschaft Osterscheps. Seit gut vier Jahren treffen sie sich regelmäßig, um eine Dorfchronik zu erstellen, unterstützt von vielen Bewohnern des Ortes, die dafür Materialien und auch die eine oder andere Geschichte zur Verfügung stellen.
Über 760 Jahre alt
Angefangen hatte alles damit, dass Vereine der Edewechter Bauerschaft zu ihren Jubiläen eigene Chroniken zusammengefasst hatten, wie jetzt der Schützenverein „Tell“ Scheps, der 2020 sein 100-jähriges Bestehen feiern konnte. Warum also nicht eine Dorfchronik entwickeln, dachte sich Petra Setje-Eilers. Mit Hinrich Bischoff, Irmgard Cleef, Margrit Frerichs sowie Marlene Mennenga, Ursel Sieger und Dagmar Wackernagel fanden sich schnell einige Mitstreiter, die sich dem Vorhaben anschlossen. Und sie hatten Wissen: Einige brachten als gebürtige Osterschepser ihre Kenntnisse ein, andere ihre Fähigkeiten, zu formulieren und vieles in richtige Worte zu fassen. „Wir haben aufgelistet, wie wir vorgehen. Die Entwicklung von Osterscheps, die ersten Bauernhöfe, Geschichten, Anekdoten, Betriebe, Geschäfte oder auch Straßennamen: Alles das hat uns interessiert“, erzählt Petra Setje-Eilers. Seine erste Erwähnung fand der Name des heutigen Ortes bereits 1260.
In der Chronik selbst stammen die ältesten Dokumente aus dem 17. Jahrhundert. „Wir haben hier Karten gefunden, die wir einfügen werden“, so Irmgard Cleef. Dazu kommen Aufnahmen, die viele Jahrzehnte alt sind. Sie werden vor allem von den älteren Bürgern der Gemeinde gern zur Verfügung gestellt. „Wenn ich mich mit den Menschen unterhalte, sind sie sofort bereit, sich hier einzubringen“, erzählt Hinrich Bischoff, selbst Urgestein in Osterscheps. Auch eigene Fotos und vor allem Erinnerungen bringt er in die Chronik mit ein, hat er im Laufe seines Lebens doch viele Veränderungen vor Ort erlebt.
Bei 50 Prozent
Während der letzten vier Jahre wurden einige Punkte der Auflistung, die zu Beginn erstellt wurde, abgearbeitet. Ein Ende ist aber noch nicht in Sicht. „Ich denke, wir sind jetzt bei gut 50 Prozent, was wir erarbeitet haben“, so Petra Setje-Eilers. Zeitliche Fristen hat sich der Arbeitskreis dabei nicht gesetzt. „Natürlich werden wir zügig an der Erstellung der Chronik arbeiten, aber wir wollen uns dabei nicht unter Druck setzen“, führt sie weiter aus. Die früheren Treffen der Arbeitsgruppe auch mit Bürgern der Gemeinde musste in den letzten beiden Jahren zurückstehen. „Die Pandemie hat uns etwas zurückgeworfen. Grundsätzlich sind wir aber mit dem bisher Erreichten zufrieden“, sind die Mitglieder der Arbeitsgruppe positiv gestimmt.
Auch wenn es regelmäßige Arbeitstreffen zurzeit nicht gibt, sind Interessierte, die an der Chronik mitarbeiten und sie mitgestalten wollen, willkommen. Ansprechpartnerin ist hierfür Petra Setje-Eilers.
