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Gesundheitswesen im Ammerland Im Klinikstreit will Leer nicht klein beigeben

Hier könnten Fachkräfte knapp werden, wenn in Leer eine Neurologie entsteht: das Klinikzentrum Westerstede.

Hier könnten Fachkräfte knapp werden, wenn in Leer eine Neurologie entsteht: das Klinikzentrum Westerstede.

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Ammerland - Die Ammerland-Klinik will gegen die Erweiterung der Krankenhäuser in Leer und Lingen vor Gericht ziehen. Hintergrund ist die überraschende Entscheidung von Landesgesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD), dass Leer und Lingen den Aufbau neurologischer Fachabteilungen erlaubt. Die Ammerland-Klinik ist mit ihrem Ansinnen nicht allein, auch die Kliniken Emden, Norden und Aurich haben sich gegen die Einrichtung einer Neurologie in Leer positioniert, ebenso die Krankenkassen in Niedersachsen.

Keine Sorgen in Leer

Besteht bei so viel Gegenwind Gefahr für die Neurologie? Wie bewertet die Klinik-Leitung in Leer die angekündigte Klage aus dem Ammerland? Auf Nachfrage erklärte die Pressestelle dazu: „In Bezug auf eine mögliche Klage gehen wir davon aus, dass die Ammerland-Klinik in Westerstede nach rechtlicher Beratung auf eine Klage verzichten wird. Nach der geltenden Rechtsprechung ist davon auszugehen, dass eine Klage in der Sache nicht zielführend ist und abgewiesen wird.“

Und weiter hieß es: „Auch das Klinikum Leer hat sich nicht öffentlich beklagt und hat keine Rechtsmittel ergriffen, als Emden und Westerstede in den vergangenen Jahren nach den Leeranern eine eigene wohnortnahe Versorgung für Herzinfarkt-Patienten aufgebaut haben.“

Kampf um Fachkräfte

In Westerstede fürchtet man hingegen einen Kampf um die wenigen Fachkräfte. Wenn Lingen und Leer eigene Neurologie-Abteilungen mit jeweils 30 Betten eröffnen, dann kann das Personal dafür zum überwiegenden Teil nur von außen kommen. Und schon jetzt gäbe es einen Fachkräftemangel, betonte Axel Weber, Hauptgeschäftsführer der Ammerland-Klinik.

Außerdem sei die Versorgung des bestehenden Neurovaskulären Netzwerkes Nord-West mit neun beteiligten Kliniken ausgezeichnet aufgestellt. Im Jahr 2020 wurden dort rund 7800 Schlaganfälle behandelt. Hinzu kommt: Die Ammerland-Klinik hat eine hochmoderne Stroke-Unit für Schlaganfallpatienten. Diese hatte unlängst erst die EU-Zertifizierung geschafft. Gerade mal drei Prozent der Krankenhäuser können diesen Standard erfüllen. Was Weber ebenfalls als Grund für die Klage ins Feld führt: Seit 2014 wurde der Antrag der Leeraner dreimal von der zuständigen Kommission abgelehnt – zuletzt im November 2021. Darüber habe sich die Ministerin nun hinweggesetzt. Weshalb manch einer im Ammerland an eine politische Entscheidung denkt.

Anuschka Kramer
Anuschka Kramer Team Nord
Jasper Rittner
Jasper Rittner Chefreporter Oldenburg-Stadt/Ammerland
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