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Godensholter Klüterjungs Kartoffelverkauf ja, Fest nein

Hildburg Lohmüller

Godensholt - Die gute Nachricht vorweg: Am Samstag, 29. August, wird sich in Godensholt vieles um die Kartoffel drehen. Doch gefeiert werden wird nicht. Die Klüterjungs haben das beliebte Kartoffelfest, das seit 2012 jedes Jahr am letzten Sonnabend im August veranstaltet wird, aufgrund der aktuellen Corona-Krise abgesagt.

Historische Roder

Im vergangenen Spätsommer konnte an der Straße Unlandsmoor noch groß gefeiert werden: Da zeigten die Organisatoren wieder bei verschiedenen Vorführungen, wie die Kartoffel im Laufe der Jahrzehnte geerntet wurde. Sechs unterschiedliche historische Erntemaschinen, die allesamt von Oldtimer-Traktoren gezogen wurden, waren im Einsatz. Und die Kinder sammelten – wie schon zu Uropas Zeiten – Kartoffeln auf.

Obendrein gab es Leckereien aus Erdäpfeln wie Puffer mit Apfelmus und Bratkartoffeln mit Matjes. Die Kinder tobten auf einer Hüpfburg und einem Strohhaufen, schickten bei einem Wettbewerb Luftballons auf die Reise, fütterten Hühner und genossen Wasserspiele mit der örtlichen Feuerwehr. Ein Zeltgottesdienst und eine Spätsommerparty gehörten ebenfalls zum Programm.

Im Coronajahr 2020 ist alles anders. Die Klüterjungs wollen nun ein „Tuffelfest – van’t Jahr anners“ anbieten. Auch wenn kein Festprogramm stattfindet, sollen die von den Klüterjungs frisch geernteten Kartoffeln doch verkauft werden.

Für Samstag, 29. August (dem Termin des Kartoffelfestes), ist das geplant. Auf dem Klüterplatz am „Unlandsmoor“ sind die Erdäpfel der bewährten Sorte „Belana“ in handlichen fünf Kilogramm-Säcken von 13 bis 17 Uhr zu haben. Abstandsregeln und Hygienerichtlinien sind einzuhalten. Aufgefüllt ist zudem wieder – wie in den vergangenen Jahren – die Kartoffel-Verkaufskiste auf dem Hof bei Gerold Ahlhorn, Aper Straße 12.

Pläne für 2021

Zuversichtlich blicken die Klüterjungs nun auf das kommende Jahr und hoffen, Ende August wieder in gewohnter Manier verschiedene historische Kartoffelroder wie Schleuderroder, Wühlmaus oder Schwingsiebroder im Einsatz zeigen zu können.

Der Godensholter Verein Klüterjungs besteht nicht nur aus Männern, sondern auch aus Frauen (Klüterdeerns), Klüterbengel (Jungen) und Klütermaitjes (Mädchen). Alle zusammen – Kinder und Erwachsene – bilden eine starke Gemeinschaft, die viel klütert (Plattdeutsch: Ausbessern, basteln) und Spaß an ihren Aktivitäten hat.

Auch kein klütern

Und was machen die Vereinsmitglieder? Sie kümmern sich um die Brauchtumspflege, restaurieren alte und neue Gerätschaften, tauschen sich aus, arbeiten mit örtlichen Vereinen zusammen und widmen sich besonders den Arbeitsmethoden früherer Zeiten, mit denen sie die Jugend vertraut machen will.

Während der Corona-Pandemie haben alle Aktivitäten geruht. Selbst geklütert werden konnte nicht. „Beim Schrauben und Basteln an Maschinen ist es nicht möglich, den entsprechenden Abstand einzuhalten“, erläuterte Wencke Renken vom Verein.

Auch wenn vieles in diesem Jahr nicht angeboten werden kann, so haben die Klüterjungs doch noch einiges vor: Neben dem Kartoffelverkauf am 29. August gibt es einen weiteren Termin: die Schrottsammlung am 24. Oktober.

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