Godensholt - Sie gehört zu den Technologien der Zukunft: Glasfaser, die für schnelle und stabile Internetverbindungen sorgen soll. Auch viele Menschen in Godensholt wünschen sich, endlich Glasfaser zu nutzen. Doch bislang gestaltet sich das ihrer Ansicht nach schwierig.
Ausbau im Ammerland
Dabei seien die Voraussetzungen durchaus vorhanden: Bereits vor einem Jahr, so kritisieren Godensholter, seien im Auftrag des Internetanbieters Epcan aus dem münsterländischen Vreden Tiefbauarbeiten erledigt worden – für den staatlich geförderten Ausbau sogenannter „weißer Flecken“. Das sind Haushalte, die abseits oder am Rande von Dörfern liegen und für die sich – ohne staatliche Förderung – aus wirtschaftlichen Gründen kein Glasfaserausbau rechnet. Die Leerrohre lägen in Godensholt zwar bereits, auch die Hausanschlüsse wurden geschaffen, aber die Glasfaserleitungen seien bislang nicht in die Rohre geschossen und angeschlossen worden. Dabei sei der geförderte Ausbau im Ammerland 2022 durch die Firma Epcan sogar in Godensholt gestartet worden.
Vielfältige Arbeiten
„Für Bürger mag der Eindruck entstehen, dass sich derzeit wenig tut. Das ist jedoch nicht der Fall“, sagt Silvana Terdues vom Projektmanagement der Firma Epcan. Nicht nur in Godensholt, sondern im ganzen Ammerland würden von dem geförderten Ausbau viele profitieren, das seien insgesamt 5500 Adressen. Drei Jahre habe Epcan dafür Zeit, diesen Zeitraum werde man auch einhalten. Beim Glasfaserausbau ginge es an vielen Stellen im Ammerland nicht nur um die Verlegung von Leerrohren und das Herstellen von Hausanschlüssen, sondern um diverse weitere Arbeiten, die für Bürger nicht sichtbar seien wie das Herstellen des Backbone-Netzes, die Basis des für die Glasfaser notwendigen Telekommunikationsnetzes. Seit April dieses Jahres würden in der Gemeinde Apen die ersten Anschlüsse aktiviert. Wann die Godensholter Haushalte dran seien, hänge von den Arbeitsplänen des Tiefbauunternehmens ab. Terdues meinte, dass das voraussichtlich dieses Jahr der Fall sei.
Doch das Breitbandnetz in Godensholt und Godensholterweg wird nicht nur durch staatliche Förderung ausgebaut. Wenn ohnehin Tiefbauarbeiten im Dorf erledigt werden müssten, um neue Glasfasertrassen zu verlegen, könnten doch auch viele andere Haushalte ohne Förderung profitieren, meinte der Godensholter Ratsherr Heiner Bruns (CDU) und engagierte sich stark für einen Ausbau von weiteren Straßenzügen mit Glasfaser. Auch von Seiten der Gemeinde Apen wurde der Ausbau des Glasfasernetzes unterstützt.
Vieles prüfen
Die Firma Epcan kümmert sich deshalb in Godensholt nicht nur um den geförderten Ausbau, sondern auch um Glasfaseranschlüsse auf „eigene Rechnung“. Im Frühjahr 2022 erkundete der Internetanbieter, wie groß das Interesse im Dorf ist. Voraussetzung war, dass mindestens 40 Prozent der Haushalte mitmachten. Die Teilnahmequote wurde erreicht. Bislang sei aber nichts weiter passiert, so die Kritik. „Wir hatten für einen eigenwirtschaftlichen Ausbau bereits eine Planung und hatten dafür schon diverse Adressen geprüft“, so Terdues.
In Godensholt hätten jedoch sehr, sehr viele Anwohner, die in der Epcan-Planung nicht berücksichtigt waren, Interesse an Glasfaser bekundet. Die Prüfung, inwieweit man auch diese Haushalte anschließen könne, sei sehr zeitintensiv gewesen, habe aber dazu geführt, dass man den Großteil der Haushalte nun auch versorgen könne.
Derzeit würden die letzten Genehmigungen eingeholt, man rechne damit, dass der nicht geförderte Glasfaserausbau in Godensholt in der zweiten Jahreshälfte 2023 beginnen werde.
