Apen - Es muss was passieren in den Schulen der Gemeinde Apen. Und zwar schnell. Darüber waren sich bei der Sitzung des Schulausschusses am vergangenen Dienstag in der Sporthalle Godensholt alle einig. Neben Problemen beim Homeschooling bereitet vor allem eine eigentlich erfreuliche Entwicklung Sorgen: Die Zunahme an Kindern in der Gemeinde.
Einschulungszahlen könnten stark steigen
Allen Unkenrufen zum Trotz würden sich nicht zuletzt durch die Neubaugebiete in der Gemeinde Apen immer mehr junge Familien ansiedeln, sagt Bürgermeister Matthias Huber (SPD). Aus diesem Grund, so Siefert, sei vor allem in den Grundschulen mit mehr Schülern zu rechnen. Sollten sich die Zahlen wie vorausgesagt entwickeln, müsste die Grundschule Apen schon im Schuljahr 2021/22 von neun auf zehn und in 2024/25 auf elf Klassen aufstocken. An der Janosch-Grundschule würde die Zahl bis 2024/25 sogar von zurzeit acht auf zwölf Klassen steigen. Demnach müssten dann auch mehr Klassenräume und Personal zur Verfügung stehen. Daher war man sich einig, dass das Thema in der Gemeinde oberste Priorität haben und schnell vorangetrieben werden sollte. Zur Not müsste mit anderen Fachausschüssen gesprochen und Gelder verschoben werden, so Björn Meyer (SPD).
Kontroverse Diskussion über Steuergruppe
Die Einrichtung einer Steuergruppe zur Unterstützung bei der Planung der Neuausrichtung des Schulstandortes Apen wurde kontrovers diskutiert. Hartmut Orth (UWG) kritisierte, dass im achtköpfigen Gremium nur ein Ratsmitglied eingeplant sei und die Arbeit schon durch den entsprechenden Arbeitskreis erledigt werde. Doris Siefert erwiderte, dass die Gruppe nur als Informationsquelle gedacht sei. Letztlich wurde der Vorschlag mit zwei Gegenstimmen angenommen und Holger Mundt (CDU) als politischer Vertreter bestimmt.
Homeschooling verläuft suboptimal
Die UWG-Fraktion hatte im Vorlauf der Sitzung um einen kurzen Bericht zum Homeschooling gebeten. In ihren schriftlichen Stellungnahmen, in denen sie die schwere Belastung und das große Engagement ihrer Lehrkräfte hervorhoben, nannten die Schulleiter vor allem schlechte Internetverbindungen, die Überlastung der Lernplattform-Server sowie fehlende Drucker und geeignete Endgeräte bei den Schülern als Problemquellen.
Viele Eltern würden sich zwar Mühe geben, leider gebe es aber auch viele Ausreißer. So berichtet ein Lehrer der Grundschule Apen, dass er zu einem Schüler sieben Wochen keinen Kontakt habe herstellen können. Daher rechnet Schulleiter Björn Becker „mit einem höheren Anteil an freiwilligen Wiederholern am Ende des Schuljahres.“
Das Problem der fehlenden Endgeräte zur Ausleihe griff Doris Siefert vom Fachbereich Bürgerdienste, Standesamt, Bildung und Familie auf. Die Gemeinde habe über das Sofortausstattungsprogramm der Bundesregierung insgesamt rund 39 000 Euro bewilligt bekommen. Die Lieferung der Geräte sei zu den Herbstferien geplant gewesen. Weil der Markt aber „leer gefegt“ sei, ist die Frist zunächst bis zum 31. Dezember, dann bis zum 28. Februar und jetzt auf „unbestimmt“ verlängert worden.
