Westerstede - Für Lennart Schwarz und viele Ammerländer Fußballfans war es einst ein geliebtes Ritual: Die allzweiwöchentliche Fahrt mit einem Fan-Bus von Westerstede zum Bremer Weserstadion, zu den Heimspielen des SV Werder Bremen. Durch Corona, den damit verbundenen Vorschriften und Geisterspielen, hat dieses Ritual ein jähes Ende gefunden und den Fan-Bus gibt es nicht mehr. Nun möchte Lennart Schwarz mit Freunden die Ammerländer Werder-Fans wieder zusammenschweißen – und hat mit sechs Freunden den Fanclub „Grün Weiße Raute Ammerland“ ins Leben gerufen.
Rasantes Wachstum
Dieser hat bereits großen Zulauf: Aus den sieben Gründungsmitgliedern sind seit Gründung am 17. August schon 39 geworden – im Altersspektrum von 18 bis etwa 50 Jahren. „Es läuft viel über Mundpropaganda“, erklärt Schwarz. Dabei hilft es auch, dass sie in ihrer Stammkneipe „Zum Schniederkröger“ in Halsbek Mitgliedsanträge ausgelegt haben. Der Eintritt in den Club ist kostenlos. Einzige Voraussetzung: Man ist mindestens 14 Jahre alt und möchte den Club „mit Spaß und Engagement nach vorne bringen“.
Beginnend mit dem Heimspiel gegen den Hertha BSC am 29. Oktober möchte man regelmäßig wieder von Westerstede aus mit einem Bus zu Heimspielen fahren. Hierfür kooperieren Schwarz und seine Mitstreiter mit dem Unternehmen „Gerdes Reisen“. Der Status als Fanclub habe bei Vereinbarungen mit dem Bus-Unternehmen geholfen, weil man so „etwas Handfestes vorzuweisen hatte“, sagt Schwarz, der schon seit zehn Jahren bei Werder-Heimspielen in der Ostkurve steht. Für 20 Euro pro Kopf können Mitglieder die Busfahrt antreten, auf dem Weg gibt es Bier und Kurze. 35 Mitglieder haben schon zugesagt.
Reiseziel Köln
Auswärtsspiele möchte der Club vereint im „Schniederkröger“ schauen. Zu vereinzelten Spielen sollen jedoch auch Fahrten organisiert werden. „Wir haben das Auswärtsspiel Ende Januar in Köln im Blick“, so Schwarz. „Die Anfahrtszeit ist mit drei Stunden noch im Rahmen und das Kölner Stadion wollen viele von uns mal besuchen.“
Mitglied im Fanclub „Grün Weiße Raute Ammerland“ zu werden, birgt Vorteile, die über die gemeinsamen Fahrten zu Werderspielen hinaus gehen. Dazu gehört der Zutritt zur vereinsinternen Weihnachtsfeier zusammen mit Werder-Spielern und 20 Prozent Rabatt auf Bestellungen im Fan-Shop. Doch auch die Herstellung eigener Fan-Utensilien wie Fahnen und Sticker für den Fan-Club stehen ganz oben auf der Agenda. „Dafür suchen wir noch kreative Köpfe“, sagt Schwarz.
Werder-Familie
Der 26-jährige Westersteder hofft, dass der Fanclub bald zum „Selbstläufer“ wird und sich schnell eine Basis von mindestens 30 Mitfahrern pro Spiel etabliert.
Dazu braucht es einen großen Zusammenhalt – etwas, was Schwarz an der Werder-Fanszene wertschätzt. „Selbst wenn zehn Spiele hintereinander verloren gehen – die Fans sind immer da und machen Stimmung“, erklärt er. Werder sei eine große Familie, schließlich fließe das „Werderblut“ auch durch das Management, in Person von Ex-Spielern wie Frank Baumann und Clemens Fritz.
Mit einem Auge schaut Schwarz indes auch zum VfB Oldenburg, und das nicht erst seit dessen Rückkehr in den Profifußball. „Auch zu Regionalligazeiten war ich mit Freunden ab und an mal am Marschweg“, so Schwarz, der wie viele andere Clubmitglieder mit Werders „kleinem Nachbar“ sympathisiert.
Wer an einer Mitgliedschaft interessiert ist, kann sich entweder schriftlich per Whatsapp oder telefonisch unter Tel. 01522/5679874 an den Vorsitzenden Lennart Schwarz wenden.
