Hankhausen - Einen Torfabbau im Hankhauser Moor verhindern: Dafür machen sich seit Jahren Verwaltungen und Politik im Ammerland stark. Jetzt soll das Hankhauser Moor in drei Schutzzonen aufgeteilt werden.
Der Landkreis hat ein Schutzkonzept erarbeitet, wie sich das Hochmoorgrünland langfristig entwickeln könnte – unter Berücksichtigung der Forderungen des Klimaschutzes. Bei einem Ortstermin mit dem Ausschuss für Landwirtschaft und Umwelt des Ammerländer Kreistages wurde das Konzept jetzt der niedersächsischen Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) vorgestellt.
Drei Schutzzonen
Jan Hobbiebrunken und Magrit Finke vom Amt für Umwelt und Wasserwirtschaft erläuterten das Schutzkonzept. Zone 1 soll den Grenzbereich zur Wesermarsch an der Schanze beinhalten. Dort soll zukünftig die „Wiedervernässung von Flächen für den Klimaschutz und die Schaffung von CO2-Senken im Vordergrund stehen“, erläuterte Magrit Finke. Eine landwirtschaftliche Nutzung sei in diesem 175 Hektar großen Gebiet nicht mehr vorgesehen.
In der rund 205 Hektar umfassenden Schutzzone 2, die sich in westlicher Richtung anschließt, soll hingegen weiträumig eine extensive Grünlandnutzung angestrebt werden. Zone 3 (132 Hektar) soll ebenfalls der Grünlandnutzung vorbehalten bleiben, sei aber kleinteiliger strukturiert.
Das Konzept könne als Grundlage für die Überarbeitung des regionalen Raumordnungsprogramms dienen. Dort könnte der Torferhalt festgeschrieben werden, so dass künftig Anträge auf Torfabbau verhindert werden könnten, heißt es dazu auch in einer Beratungsvorlage für den Landwirtschaftsausschuss.
Eine Umsetzung könne aber nur gelingen, wenn die für eine Vernässung vorgesehenen Bereiche einvernehmlich mit den jetzigen Eigentümern langfristig in öffentliches Eigentum gelangen. Dezernent Dr. Thomas Jürgens betonte deshalb, dass es wichtig sei, die Landwirtschaft mitzunehmen und mit ihr über den Tausch von Flächen zu sprechen.
Landwirte bedroht
Auf diesen Aspekt hob auch Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast bei dem Ortstermin im Moor ab. Es sei wichtig, hier den Spagat hinzukriegen. Auf der einen Seite gehe es beim Wiedervernässen um ein Thema, das für Landwirte ungemütlich sei, da viele in ihrer Existenz bedroht seien. Auf der anderen Seite stehe deshalb die Frage, wie es gelingen kann, landwirtschaftliche Betriebe zu erhalten, die auf solchen Flächen wirtschaften?
Welchen Wert das Hankhauser Moor hat, machte bei dem Ortstermin noch einmal der Naturschutzbeauftragte des Landkreises Ammerland, Horst Bischoff, deutlich. Er beschäftigt sich seit den 1970er-Jahren mit dem Moor und ist ausgewiesener Experte. „Die Landschaft ist besonders schutzwürdig, weil hier die drei Landschaftselemente Geest, Moor und Marsch auf engstem Raum nebeneinander liegen“, sagt Bischoff.
