Delfshausen - Wildtiere vor dem Tod durch einen Mähdrescher bewahren: Das ist auch den Mitgliedern des Hegerings Rastede Nord ein Anliegen. Deshalb wurde das Thema kürzlich auf der Jahreshauptversammlung angesprochen. Landwirte und Lohnunternehmer sollten gerade die Mähtermine im Mai und Juni mit den Jägern im Vorfeld absprechen und bei jeder Mahd den akustischen Wildretter einsetzen, heißt es in einer Mitteilung des Hegerings.
Allerdings könnten Rehkitze bis zur dritten Lebenswoche auf diese Weise nicht gerettet werden. Statt zu fliehen, drücken sie sich nämlich regungslos ins Gras. Aus diesem Grund sollten 24 Stunden vor der Mahd pro Hektar zwei knisternde Müllbeutel, befestigt an ca. zwei Meter langen Stangen, aufgestellt werden. Dies führe in der Regel dazu, dass die Ricke die Kitze aus der Fläche führt.
Die Landwirte des Hegerings hätten mit diesem Vorgehen die Mähverluste deutlich reduziert. Sehr gute Erfolge würden auch mit dem Einsatz von Drohnen mit Wärmebildkameras erzielt.
Wildunfälle
Wie der Hegering weiter berichtet, kamen im vergangenen Jahr 29 Rehe bei Wildunfällen ums Leben. Das entspreche einem Anteil von 17 Prozent. Hier wurde an die Jäger appelliert, wieder frühzeitig mit der Bejagung des Rehwildes an Unfallschwerpunkten zu beginnen. Der stellvertretende Hegeringleiter Ulf Wemken appellierte aber auch an die Autofahrer, an roten Dreibeinen, die auf Wildunfälle älteren Datums hinweisen, vorausschauend und mit angepasster Geschwindigkeit zu fahren.
Berichtet wurde ferner von zwei Damhirschen, die sich in achtlos liegengelassener Weidezaunlitze verfangen hatten. Einer der beiden habe von den Revierinhabern gerettet werden können, der andere sei nach langem Kampf in dieser tödlichen Falle verendet. Da die Damwildbestände im Hegering ansteigen sollten diese unzerreißbaren Weidezaunlitzen und auch Rundballennetze nicht einfach achtlos im Gelände liegengelassen werden. Gerade für junge Damhirsche werde dies meist zur tödlichen Falle.
Blühstreifen
Auch in diesem Jahr werde der Hegering auf 46 Flächen – mit einer Gesamtfläche von 29 Hektar – Blühstreifen anlegen, um mehr Rückzugsflächen für die Artenvielfalt zu schaffen. Der Hegering bittet jeden Jagdgenossen, der noch Flächen hat, die mit Blühsträuchern oder einer Streuobstwiese bepflanzt werden können, sich bei Hegeringleiter Lutz Wemken zu melden.
Wemken wurde bei den Vorstandswahlen in Abwesenheit als Hegeringleiter ebenso einstimmig in seinem Amt bestätigt wie Ulf Wemken als stellvertretender Hegeringleiter, Christian Cordes als Kassenwart und Thomas Ahlers als Schriftführer.
Hans Joachim Oels und Heiko Schröder wurden für 50-jährige, Thomas Birkenstock und Klaus Wöstehoff für 40-jährige sowie Marco Müller-Bollenhagen und Ralf Meinardus für 25-jährige Mitgliedschaft geehrt.
In diesem Jahr plant der Hegering wieder viele Öffentlichkeitsaktionen mit Kindergarten- und Grundschulkindern. Auf dem Terminplan stehen gemeinsame Ansitze und Naturpfadführungen. Wie in den Jahren zuvor werden den vierten Klassen der Grundschule Hahn Lehmden und Kleibrok die Waldspiele angeboten. Auch das Umweltbildungszentrum Ammerland soll weiterhin unterstützt werden.
