Edewecht - Schnelle und unbürokratische Hilfe ist wichtig für die Menschen in der Ukraine und die Möglichkeit, schnell aus dem Kriegsgebiet in sichere Gefilde zu gelangen. An der Oberschule Edewecht wurde in einer Hilfsaktion beides miteinander kombiniert.
Kontakt mit Krosno
„Wir haben Kontakt zu unserer Partnerschule in Krosno aufgenommen und gefragt, ob sie Hilfsgüter benötigen“, berichtet Peter Röben, Direktor der Oberschule. Krosno, eine von Edewechts Partnerstädten, liegt im Südwesten Polen in der Nähe der Grenze zur Ukraine. Von dort, so erfuhr Röben, würden Hilfsgüter vom Polnischen Roten Kreuz in die Ukraine transportiert, in die Partnerstadt Uzhgorod. Schnell wurde im Kollegium Schulleitung beschlossen, eine Hilfsaktion auf die Beine zu stellen. „Unser Schüler hatten zeitgleich dieselbe Idee“, sagt Röben.
Die Resonanz auf den Spendenaufruf war groß. „Die Spendenbereitschaft aus der Bevölkerung, von Schülern und Geschäften und das Engagement der Schülerschaft hat mich begeistert“, sagt Röben. Die Schülerinnen und Schüler der neunten Klassen hatte die Sortierung, Katalogisierung und Verpackung der eingegangenen Spenden übernommen. Sie seien dafür sogar extra früher zur Schule gekommen, so der Schuldirektor.
Zwei Transporte
Zwei Transporte gingen von der Oberschule aus nach Krosno, insgesamt über 100 Umzugskarton mit Hilfsgütern. Der erste, mit Erste-Hilfe-Materialien und Medikamenten, ging von Marl, ebenfalls Partnerstadt von Krosno, aus nach Polen. In einem weiteren Transport wurden dann weitere Spenden, vor allem haltbare Lebensmittel, Hygieneprodukte, Decken und Schlafsäcke, nach Krosno gebracht. Eigentlich wollte Röben gemeinsam mit Kollegen diesen selber nach Krosno fahren. Allerdings verhinderte coronabedingte Komplikationen die Fahrt. „Es haben sich sechs Freiwillige gefunden, die Flüchtlinge aus der Ukraine in den Nordwesten holen wollten“, erklärt Röben, unter anderem ein ehemaliger Schüler der Oberschule. Die Gruppe, mit drei kostenlos zur Verfügung gestellten Transportern, packte kurzerhand die Hilfsgüter in die Autos und fuhr sie nach Krosno.
Privates Engagement
„Wir wollten selber etwas tun und wollten Flüchtlinge aus der Ukraine in die Region holen“, berichtet Wladimir Ladilov. Eine eigene Spendenaktion für die Tour wurde gestartet, genug für die Fahrt und die Verpflegung der Flüchtlinge. „Wir wären aber auch ohne das Geld gefahren“, betont er. Am 10. März startete die Tour, am nächsten Vormittag erreichten sie Krosno. Mit 14 Ukrainern, darunter auch eine Familie, die auf der Flucht von einem vermeintlichen Helfer im Stich gelassen wurde, ging es zurück. Am Sonntag erreichten die Fahrzeuge Oldenburg, wo die Ukrainer auf Gastfamilien verteilt wurden. Große Dankbarkeit hätten er und seine Mitstreiter erfahren, „aber darum ging es uns nicht, sondern um die Hilfe für die Menschen“, sagt Ladilov. Den 14 Ukrainerinnen und Ukrainer geht es den Umständen entsprechend gut, berichtet er. Sie seien in den Familien gut aufgenommen worden. „Wir standen zwar bereit, falls es Probleme geben sollte und um zu übersetzen, aber das war gar nicht nötig“, sagt Wladimir Ladilov.
Eine weitere Sammelaktion für einen Hilfstransport hat die Oberschule derzeit nicht geplant. „Allerdings bereiten wir uns jetzt darauf vor, dass wir bald Kinder aus der Ukraine in der Schule haben werden. Also brauchen wir Hefte, Stifte und weitere Schulmaterialien“, sagt Peter Röben.
