Westerstede - Mit einem Korso haben am Mittwochnachmittag Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte mit Rollator auf Gefahrenstellen im Stadtbereich von Westerstede aufmerksam gemacht. Initiiert wurde die Aktion von der Ersten Vorsitzenden des Heimbeirats im Evangelischen Altenzentrum, Maria Krieger.

Gleich vor dem Eingang stieß die Gruppe auf ein erstes Hindernis. Beim Ampelübergang wird es auf der schrägen Bordsteinkante für Rollstühle mit schmalen Reifen wackelig. Eine Heimbewohnerin wäre dort beinahe schon einmal umgekippt.

Der Weg in Richtung Innenstadt wird zum Hindernislauf. Vor den Geschäften oder Restaurants stehen häufig Fahrräder oder Autos, auch mitten auf den Fußweg gestellte Reklameschilder werden zum Problem. Im Slalom umfahren die Rollstuhlfahrer die Hindernisse.

Ein eigentlich ordnungsgemäß geparktes Auto neben der Post wird zur Barriere. Der Durchgang zwischen dem Pkw und der dort ebenfalls installierten Bogenlampe ist eng – zu eng für den Rollstuhl.

Die Teilnehmer des Korsos berichten auch von ihren Schwierigkeiten, die Kreuzung in Richtung Fußgängerzone zu überqueren. „Das Holperpflaster ist ein großes Problem, und dann kommen noch von allen Seiten Autos“, fasst Maria Krieger die Situation zusammen.

Selbst auf dem Albert-Post-Platz gibt es Engstellen. Und an vielen weiteren Überwegen haben Rollstuhlfahrer und Rollator-Nutzer Schwierigkeiten, auf den Fußweg zu gelangen. „Erst muss man den Bordstein überwinden, um dann auf dem viel zu steil abfallenden Fußweg eine Kurve zu fahren. Da muss man sehr aufpassen und sich konzentrieren, damit man nicht umkippt“, bringt es die Vorsitzende auf den Punkt. Überall gibt es schwierige Passagen, sei es der Wasserlauf bei der Apothekervilla oder eine zu kurze Ampelphase.

Vor dem Rathaus stoppt die Gruppe: „Wo ist denn hier am Eingang der Hinweis auf den behindertengerechten Zugang hinter dem Gebäude?“, fragt Maria Krieger. Und so hakt sie einen Punkt nach dem anderen auf ihrer langen Mängelliste ab. Mit der Aktion will sie die Westersteder für Probleme Gehbehinderter sensibilisieren und dazu beitragen, dass deren Bedürfnisse bei künftigen Planungen berücksichtigt werden.

Kerstin Schumann
Kerstin Schumann Redaktion Westerstede