Wittenberge/Westerscheps/Edewecht - Es blüht und summt auf dem Museumsgelände „Tollhus up’n Wurnbarg“ in Wittenberge. Der Imkerverein Edewecht und Heimatverein „Vergnögde Goodheit“ Westerscheps haben hier einen besonderen Ort für Mensch und Tier geschaffen. Hinter einer Trockenmauer aus Ziegelsteinen stehen mehrere Bienenkästen, davor lädt in sicherer Entfernung zwischen Obstbäumen und Beerensträuchern eine Holzgarnitur unter einem Pavillon zum Verweilen ein. Nach dem Baustart im vergangenen Spätsommer kann das Gelände inzwischen genutzt werden.
Eine Streuobstwiese wollte der Heimatverein schon länger anlegen, dann wurde daraus zufällig ein Gemeinschaftsprojekt, mit dem beide Vereine sehr zufrieden sind. Kurz vor Ostern sind die ersten Bienen eingezogen. Es gibt ein Wirtschaftsbienenvolk, das Honig produziert und vier weitere Jungvölker, von denen ein Teil nächstes Jahr produktiv werden soll. Nicht alle gehören dem Verein, Mitglieder haben auch private Völker beigesteuert. Den ersten Honig konnte der Verein schon ernten, er kann – solange der Vorrat reicht – vor Ort gekauft werden.
Viele Angebote
Der Imkerverein nutzt das Gelände schon rege. Vorsitzende Sabine Böckelmann ist jeden Samstag von 11 bis 12 Uhr vor Ort. Wer sich die Bienen einmal aus nächster Nähe anschauen und etwas über das Imkern erfahren will, ist herzlich eingeladen, vorbei zu schauen. Böckelmann hat immer zusätzliche Schutzkleidung dabei, damit Interessierte beim Imkern direkt mit dabei sein können, und steht für Fragen gerne zur Verfügung. Für Gruppen bietet der Verein auch separate Führungen an, bei Wunsch ist eine Kombination mit Bewirtung durch den Heimatverein möglich.
Daneben hat der Imkerverein in diesem Jahr auch eine Ferienpassaktion für Kinder und Jugendliche im Programm. „Das Interesse ist riesig“, freut sich Böckelmann. Das Angebot war schnell ausgebucht. Im kommenden Jahr sollen zudem gemeinsame Aktionen mit der Grundschule Osterscheps stattfinden. Außerdem will der Verein das Gelände für interne Fortbildungen nutzen.
Neue Mitglieder
Die öffentliche Präsenz, die der Imkerverein durch die neue Örtlichkeit gewinnen konnte, hat sich schon bezahlt gemacht. „Wir haben einen guten Zulauf“, sagt Böckelmann. 14 neue Mitglieder zählt der Verein. Wer einmal unverbindlich reinschnuppern will, kann jeden 1. Dienstag im Monat um 19.30 Uhr zum öffentlichen Stammtisch auf den Wurnbarg kommen.
Das Gemeinschaftsprojekt mit dem Heimatverein ist übrigens noch nicht abgeschlossen, es soll über die Jahre weiter wachsen. Wörtlich gilt das zum Beispiel für den Pavillon, der noch von Pflanzen überwuchert werden soll. Der Imkerverein will gerne noch einen Bienenlehrpfad mit Schautafeln einrichten, denkbar wären auch Beschriftungen der Gewächse mit Hinweisen, wie wertvoll sie für Bienen sind.
