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INTERVIEW Respekt vor der neuen Aufgabe

Heute endet für Westerstede als letzte Kommune im Landkreis Ammerland die Zweigleisigkeit. Mit Klaus Groß trägt jetzt ein hauptamtlicher Bürgermeister die Verantwortung im Rathaus.

Von Heiner Otto

Frage:

Herr Groß, letzter Tag bei der DAK, erster Tag als hauptamtlicher Bürgermeister im Westersteder Rathaus. Wie geht es Ihnen?

Groß:

Das ist ein ganz merkwürdiges Gefühl. Immerhin war ich 26 Jahre bei der DAK. Das lässt man nicht so einfach hinter sich.

Frage:

Ist das neue Amt für Sie vermutlich auch die von Beginn an erwartete große Herausforderung?

Groß:

Oh ja, davon gehe ich aus. Gerade die erste Zeit wird bestimmt spannend. Ich freue mich auf diese Aufgabe, begegne ihr mit großem Respekt. Als vorteilhaft empfinde ich es, mich im Gegensatz zur bisherigen Situation jetzt ganz auf eine Sache konzentrieren zu können.

Frage:

Was wird Ihre erste Amtshandlung sein?

Groß:

Vor der ersten Amtshandlung wird das Gespräch mit meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stehen. Zwar kennen wir uns aus meiner ehrenamtlichen Tätigkeit meist gut, treffen jetzt aber auf beiden Seiten veränderte Vorzeichen an. Wir haben sehr qualifizierte Amtsleiter. Ich bin sicher, dass wir wie in einem großen Team weiter erfolgreich im Interesse der Stadt Westerstede arbeiten werden.

Frage:

Sicher wird Ihr Besuch auch außerhalb des Rathauses erwartet. Planen Sie das ein?

Groß:

Durchaus. Ich will Schulen und Kindergärten besuchen, aber auch die Hössen und das Baubetriebsamt. Außerdem liegt mir die heimische Wirtschaft am Herzen.

Frage:

Wird der Bürgermeister künftig verstärkt Außentermine wahrnehmen?

Groß:

Ja, so ist es vorgesehen. Ich werde sicher häufig außerhalb des Rathauses tätig sein.

Frage:

Wer hält Ihnen dann im Rathaus den Rücken frei?

Groß:

Das ist die Aufgabe, die dem noch zu bestimmenden Wahlbeamten zufällt. Der muss aber, wie gesagt, erst noch gewählt werden.

Frage:

Sie haben bei den Kommunalwahlen mit mehr als 72% der Stimmen ein in ganz Niedersachsen beachtetes Spitzenergebnis für die FDP eingefahren. Spüren Sie, dass die Bevölkerung Ihren Amtsantritt mit einer gewissen Erwartungshaltung verfolgt?

Groß:

Das spüre ich sehr wohl. Ich freue mich noch immer über dieses tolle Wahlergebnis. Dennoch lege ich schon heute Wert auf die Feststellung, dass ich der Bürgermeister aller Bürgerinnen und Bürger sein möchte, ohne Rücksicht auf Parteizugehörigkeiten.

Frage:

Wo setzen Sie die Schwerpunkte Ihrer künftigen Arbeit?

Groß:

Wir werden gemeinsam die erfolgreiche Arbeit fortsetzen. Dazu gehört die Umsetzung eines Masterplans, eine Folgemaßnahme für die beendete Stadtsanierung und vor allem die Intensivierung des Stadtmarketings. Ich würde mich freuen, wenn aus den Arbeitskreisen weitere wichtige Impulse kämen, die wir aufgreifen könnten. Aber auch ein Verkehrskonzept brauchen wir.

Frage:

Jetzt haben wir viel über die Stadt gesprochen. Denkt der Bürgermeister, der selbst aus Westerloy kommt, auch an die Außenbereiche?

Groß:

Das wird einer meiner wichtigsten Arbeitsansätze sein. Unsere Dörfer sind zwar gut aufgestellt, auch durch die zahlreichen Erneuerungsmaßnahmen, dennoch wollen wir sie weiter stärken. Das ist nicht einfach so daher gesagt. Sie werden sehen – das setzen wir auch so um.

Frage:

Junge Leute beklagen hin und wieder, es sei zu wenig los in Westerstede. War der Auftritt von „Revolverheld“ eine Eintagsfliege?

Groß:

Wenn es nach mir ginge, könnte daraus ein Dauerbrenner werden. Die Halle von Oeltjenbruns war erstklassig geeignet. Vielleicht gelingt es uns, dort weitere Konzerte dieser Art anbieten zu können.

Frage:

Was wird Chefsekretärin Ingrid Hobbiebrunken künftig servieren – Kaffee oder Tee?

Groß:

An einigen Tagen kann ich Kaffee nicht so gut vertragen. Dann gibt es Tee.
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