Ihausen - Das zu Ende gehende Jahr 2022 hat so manches Jubiläum mit sich gebracht. Die Ihauser sind stolz auf zwei runde Geburtstage: 100 Jahre Kirchenchor und 90 Jahre Auferstehungskirche. Doch der Reihe nach. Der Kirchenchor, 1922 als weltlicher Chor gegründet und Mitte der 30er Jahre in Kirchenchor umbenannt, erlebte um 1950 einen Verlust der Mehrzahl der Sänger, die sich zu einem weltlichen Gesangsverein zusammenschlossen. Die wenigen verbleibenden Mitglieder hielten ihrem Kirchenchor die Treue. Als 1955 Pastor Helmut Ketzenberg seinen Dienst in Ihausen antrat, änderte es sich, es kam Schwung in den Kirchenchor und die Mitgliederzahl wuchs innerhalb kurzer Zeit. So wurde der Kirchenchor 1956 Mitglied im Niedersächsischen Kirchenchorverband.
Langjährige Dirigenten
Langjährige Dirigenten waren Pastor Helmut Ketzenberg (1955 bis 1980), Uta Schroer (1980 bis 2006), Björn Harbers (2006 bis 2011) und Angela Haas ab 2011. Seit einigen Jahren wird der evangelische Kirchenchor von Tatjana Golin dirigiert. Inzwischen hat sich der Ihauser Kirchenchor mit Chormitgliedern aus Ocholt und der Kantorei Westerstede zusammengeschlossen, um singfähig zu bleiben. Die Corona-Zeit und die Altersstruktur langjähriger Mitglieder habe zu diesem Zusammenschluss geführt, wie die Dirigentin berichtet. Etwa 25 Mitglieder – darunter viele jüngere – gehören dem Chor an. Neue Sängerinnen und Sänger seien herzlich willkommen. Geprobt wird im wöchentlichen Wechsel in der Kirche Ihausen und Ocholt. „Wir singen Kirchenlieder, auch englische Lieder und zur Weihnachtszeit natürlich auch Weihnachtslieder“, erklärt Tatjana Golin. Einen Auszug aus dem reichen Repertoire hat der Kirchenchor kürzlich beim besonderen Gottesdienst in der Auferstehungskirche gezeigt.
90 Jahre Kirche
Am 29. Juni 1932 erfolgte die Grundsteinlegung der Auferstehungskirche und die Weihung am zweiten Advent, 4. Dezember 1932. Der Gottesdienst zu diesem runden Geburtstag, der genau auf das Datum der Weihung fiel, wurde von Pastor Holger de Buhr und Pastorin Uta Brahms, die bis 2013 Pastorin in Ihausen war, gemeinsam gestaltet.
Verhindert waren der langjährige Pastor Wilfried Schoer und Pastorin Dr. Daniela Koeppler. Im Anschluss an den Gottesdienst hatten ehrenamtlich engagierte Frauen ein buntes Suppen-Buffet vorbereitet.
Dem Wunsch und Tatendrang vieler Ihauser Siedler, die sich Mitte der 20er Jahre im letzten Jahrhundert eine kirchliche Heimat wünschten, ist es zu verdanken, dass die Auferstehungskirche gebaut wurde. Mitten im Moor der noch sehr jungen Ortschaft Ihausen sollte die Kirche gebaut werden. Es kam zur Bildung des Evangelischen Kapellenvereins Ihausen, der am 20. November 1925 ins Amtsregister eingetragen wurde. Die Siedler fanden ein Grundstück mit einer Gesamtgröße von gut anderthalb Hektar Größe und bauten einen Glockenturm, der bereits am ersten Weihnachtsfeiertag 1926 mit Glocke feierlich durch Pastor Chemnitz eingeweiht wurde.
Architekt Carl Mühlenpfort, Professor für Baukunst an der Technischen Hochschule Braunschweig, war vom Engagement der Ihauser so begeistert, dass er seinerzeit die Planung und Durchführung des massiven Klinkerbaus als beaufsichtigender Architekt kostenlos übernahm.
Einmalig
Die Bedeutung des „Ev. Kapellenvereins Ihausen e.V. – Förderverein der Auferstehungskirche Ihausen“ ist einmalig und stellt in der Landeskirche ein Alleinstellungsmerkmal. Das Grundstück samt aller Gebäude gehört dem Kapellenverein, die Kirchengemeinde ist Pächterin des ganzen Kirchhofgeländes einschließlich des ganzen Grundstücks.
