Rastede - Vielen Menschen ist gar nicht bekannt, welche – zum Teil exotischen Tiere – im Laufe eines Jahres in der Wildtierauffangstation in Rastede aufgenommen werden. Auch 2022 seien es wieder mehr als 2000 Tiere gewesen, sagt Stationsleiter Klaus Meyer. Einen kleinen Einblick gibt der neue Jahreskalender der Station für 2023. Der enthält einmal mehr zwölf Aufnahmen von Tieren, die in der Wildtierauffangstation versorgt wurden.
Gerettetes Äffchen
Nicht fehlen darf dabei das Weißbüscheläffchen, das im Juni in Rastede aufgenommen wurde, nachdem es aus illegalem Tierhandel gerettet worden war. „Normalerweise nehmen wir keine Affen auf“, hatte Klaus Meyer seinerzeit über den ungewöhnlichen Gast gesagt, der in Brasilien heimisch ist und auch Pinselohräffchen genannt wird. Für das vier Jahre alte Männchen aus der Gattung der Krallenäffchen machte er eine Ausnahme.
Der Hamburger Tierschützer Stefan Klippstein rettete das Weißbüscheläffchen damals. Im Juni hatte er in Sachsen-Anhalt eine verdeckte Tierschutzkontrolle durchgeführt, schilderte er seinerzeit. Dabei kaufte er im Landkreis Anhalt-Bitterfeld den Affen für 400 Euro. Angeboten worden war das Tier auf dem Internetportal „Quoka.de“.
„Weder hatte ich eine Genehmigung zur Haltung des Tieres, in meinem Bundesland dürfen Affen nicht gehalten werden, noch wurde eine Genehmigung eingefordert oder nach einem Personalausweis gefragt“, berichtete Klippstein und stellte fest: „Es ist leichter, einen Affen mit drei Mausklicks zu kaufen, als einen Handyvertrag abzuschließen – und günstiger als jeder Hundewelpe.“
Von Uhu bis Echse
Im neuen Jahreskalender der Wildtierauffangstation ziert das Weißbüscheläffchen nun den Monat März. „Alle Fotos wurden von unserem Team aufgenommen“, erzählt Klaus Meyer. Das Erstellen des Kalenders sei wieder mit viel Arbeit verbunden gewesen. So mussten aus den Unmengen an Fotos die schönsten herausgesucht werden, die schließlich in dem Kalender einen Platz finden sollten.
Das neue Jahr beginnt im Kalender der Wildtierauffangstation mit der Nahaufnahme eines Uhus. Es folgen unter anderem Fotografien eines Blauen Leguan, eines Steinadlers, eines Feuersalamanders, einer Schildechse, aber auch einer Vogelspinne. Der Kalender erfreut sich wachsender Beliebtheit. „Im Herbst hatten wir schon die ersten Anfragen“, sagt Klaus Meyer. Nachdem im vergangenen Jahr eine Auflage von 200 Exemplaren in Auftrag gegeben worden war, wurden vom neuen Kalender nun 250 Stück produziert.
Mehrere Verkaufsstellen
Der Jahreskalender 2023 ist erhältlich im Weinhaus Duddeck, in der Kleintierpraxis Rastede und im Elektrofachgeschäft Borchers sowie in Ofen in der Tierarztpraxis von Dr. Hartwig Wilken. Verkauft wird der Kalender zum Preis von zehn Euro je Exemplar. Die Einnahmen kommen der Arbeit der Wildtierauffangstation zugute, die sich ausschließlich aus Spenden und Zuwendungen finanziert.
