Petersfehn - Der Karolinenhof in Petersfehn in der Gemeinde Bad Zwischenahn ist ein beliebtes Ausflugsziel – vorzugsweise für Familien mit kleinen Kindern. Die Besucher kommen nicht nur aus Bad Zwischenahn, sondern vor allem aufgrund der Nähe auch aus Oldenburg auf den Hof, um die diversen Spielmöglichkeiten oder den Streichelzoo zu genießen. Doch aktuell läuft es auf dem Karolinenhof alles andere als gut. Einer schlechten Sommersaison folgt ein harter Winter, wie Betreiber Gerd Schmidt im Gespräch mit dieser Redaktion berichtet.
Schlechter Sommer
In den vergangenen Tagen wurde es sogar so eng, dass bei Facebook nach Futterspenden für die Tiere gefragt wurde. „Bei uns ist das Heu knapp geworden“, so Schmidt, der seit 23 Jahren seinen Hof gemeinsam mit Tochter Janna betreibt. „Wir dachten, vielleicht hat jemand etwas übrig, sodass wir nicht noch zusätzlich Futter einkaufen müssen“, erklärt er. Denn die finanzielle Lage ist angespannt. Kein Wunder, die Besucherzahlen sind 2023 eingebrochen. 38.000 Gäste kamen 2022, in diesem Jahr waren es nur noch 23.000. Der Hauptgrund ist schnell gefunden: Die Sommersaison ist im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen. Denn 90 Prozent des Geschehens auf dem Hof spielen sich unter freiem Himmel ab, die Zielgruppe sind Familien mit Kindern bis ungefähr zum Schulalter. Bei Regen und Wind verzichten die auf einen Besuch.
Von der Spendenbereitschaft zeigt sich Schmidt überwältigt. Erst am Donnerstag war Hans-Jürgen Dowedeit vor Ort und brachte zwei Heuballen vorbei. Eine Spende des Gnadenhofs Pferdeoase in der Wesermarsch. Was Heu betrifft, ist der Hof nun vorerst wieder gut ausgestattet. „Möhren, Salat, Gurken und Körnerfutter können wir aber immer noch gut gebrauchen“, sagt er. Er möchte aber nicht, dass extra etwas eingekauft wird. „Wenn jemand etwas über hat, nehmen wir es gerne“, so Schmidt. Über 100 Tiere gehören zum Karolinenhof – darunter Schafe, Enten, Meerschweinchen oder Kaninchen.
Höherer Eintritt
Andere Gründe für die schlechte Lage sieht Schmidt in aktuellen Situationen im Weltgeschehen. Die Krisen – seien es Energie oder Inflation – machen sich bemerkbar. Die Eintrittskosten für den Karolinenhof haben immer drei Euro betragen. Speisen und Getränke durften dafür nicht mitgebracht werden, sondern sollten im Café erworben werden. Das war dann die Einnahmequelle für Schmidt, um die Kosten zu decken. Die meisten Gäste verzichteten nun aber auf Kaffee und Kuchen. „Wir müssen den Eintrittspreis nun auf sechs Euro erhöhen. Dafür dürfen dann aber eigene Speisen und Getränke mitgebracht werden“, erklärt der Hofbetreiber. Die Kosten im Café werden trotz Mehrwertsteuererhöhung nicht angepasst.
Das ist auch nötig, weil andere Kosten enorm gestiegen sind. „Für den Tierarzt haben wir pro Jahr sonst ungefähr 200 Euro bezahlt. Inzwischen sind es fast 800 Euro“, macht er Auswirkungen deutlich. Auch bei den Energiekosten gab es eine deftige Nachzahlung. An das Aufhören hat Schmidt auch schon einmal gedacht. „Es ist hier aber mein Hobby. Das gebe ich nicht auf“, sagt er. Gerüchte über Zahlungsunfähigkeit und Insolvenz konnte er ebenfalls zurückweisen. „Wir sind nicht pleite“, sagt er. Der Winter ist nun einfach hart. Er hofft, dass es noch Reservierungen für das Grünkohlessen gibt. Der Hof ist durchgängig geöffnet, das Café aktuell nur sonntags. Ansonsten wird aktuell noch ein neuer Kleinkinderspielplatz gebaut – der nach Wunsch von Schmidt bei schönem Wetter im kommenden Jahr viel genutzt wird.
