Bad Zwischenahn/Apen - Die Spritpreise an den Tankstellen sind auf einem Rekordhoch. Das Autofahren wird immer teurer – und damit verbunden auch Urlaubsreisen, die in dem eigenen Wagen angetreten werden. Immer beliebter geworden ist während der Corona-Pandemie das Reisen im eigenen Wohnmobil. Könnte dieser Trend nun durchbrochen werden? Die Touristiker in Bad Zwischenahn gehen davon derzeit nicht aus.
Wie Ina Schuler, Leiterin Marketing und Tourismus der Bad Zwischenahn Touristik, auf NWZ-Anfrage mitteilt, hätten sich viele Menschen zuletzt ein eigenes Wohnmobil zugelegt. „Sie werden damit in diesem Jahr auch verreisen“, sagt Schuler. Die Nachfrage nach Stellplätzen habe in den vergangenen Jahren oft das Angebot in Bad Zwischenahn überstiegen: „Deshalb gehen wir hier nicht davon aus, dass die Nachfrage zurückgeht.“
Gute Alternativen
Wie sich die Gästezahlen angesichts der Energiepreise auswirken könnten, sei abhängig von den weiteren Entwicklungen, so die Touristikerin: „Grundsätzlich und bei den derzeitigen Preisen glaube ich nicht, dass Gäste, die einen Urlaub in Bad Zwischenahn geplant haben, diesen aufgrund der gestiegenen Spritpreise absagen oder verschieben.“ Das begründet sie mit dem Angebot in Bad Zwischenahn. Die Gäste bewegten sich vor Ort zumeist mit dem Fahrrad oder zu Fuß. Mit der Gästekarte sei zusätzlich der Öffentliche Personennahverkehr kostengünstig nutzbar. „So fallen die Spritpreise während des Urlaubs nicht so sehr ins Gewicht“, sagt sie.
Ausflugsziele wie beispielsweise der Park der Gärten oder auch die Stadt Oldenburg seien mit dem Linienbus im Halbstundentakt erreichbar. Außerdem verfüge Bad Zwischenahn über einen Bahnhof mit IC-Anschluss, sodass die Gäste auch mit der Bahn anreisen könnten. Das spiegeln auch die Buchungszahlen wider: „Die Nachfrage in den Frühlingsmonaten und besonders zur Rhododendronblüte ist nach wie vor hoch“, sagt Schuler
Auch in der Gemeinde Apen rechnen die Touristiker nicht mit stärkeren Auswirkungen durch die gestiegenen Spritpreise. „Unserer Einschätzung nach denken wir, dass weiterhin mehr Menschen innerhalb Deutschlands Urlaub machen werden“, teilt die Apen-Touristik mit.
Region ist beliebt
So sei es bereits in den vergangenen Jahren gewesen: „Viele Besucher, die hier bei uns vor Ort persönlich in der Tourist-Information waren, haben sich sehr positiv über unsere Region geäußert.“ Viele hätten dabei festgestellt, dass „man ja gar nicht so weit weg fahren müsste, weil es hier doch auch sehr schön ist“, heißt es. Auch in Apen setzen die Touristiker auf die Karte Fahrrad-Tourismus. Dieser werde wohl den hohen Stellenwert im Ammerland beibehalten und durch die Spritpreise zusätzlich positiv beeinflusst.
Beim Buchungsverhalten wird in Apen ein erhöhtes Interesse festgestellt. Die Nachfrage nach Infomaterialien sei vergleichsweise hoch. Doch der entscheidende Klick, die Buchung, werde noch recht zögerlich vorgenommen. „Sicherlich aufgrund der derzeitig unklaren politischen Situation“, heißt es.
