Rastede - Gegen den möglichen Neubau eines Kindergartens auf dem ehemaligen Sportplatz Kleibrok gibt es Bedenken. Anwohner äußerten am Dienstag im Ausschuss für Generationen und Soziales Sorgen wegen des zusätzlichen Verkehrsaufkommens und der Verkehrsführung. Die Gemeindeverwaltung hatte den ehemaligen Sportplatz Kleibrok ins Gespräch gebracht, weil im Hauptort Kindergartenplätze fehlen.
Das Gelände befindet sich in Nachbarschaft der Grundschule Kleibrok. Es handelt sich um die noch freie Fläche zwischen dem öffentlichen Sportplatz und der anschließenden Wohnbebauung. Das Grundstück gehört der Gemeinde und war 2016/17 für die Unterbringung von Flüchtlingen in einer mobilen Wohnanlage genutzt worden.
Straßen ausgelastet
Noch offen ist, ob der neue Kindergarten über die Straße Am Winkel oder über die Zur-Windmühlenstraße angebunden wird. Aus Anwohnerkreisen kam der Hinweis, beide Straßen seien schon jetzt ausgelastet. Aus dem Elternrat der Grundschule hieß es, die Verkehrssituation sei schon immer ein Problem gewesen. Seit Jahren bemühe man sich deshalb um ein Parkverbot – allerdings ohne Erfolg.
Sabine Meyer, Leiterin des Geschäftsbereichs Bürgerdienste bei der Gemeindeverwaltung, berichtete, dass Fragen der Verkehrsführung und der Parkplätze im Bauleitplanverfahren geklärt werden müssten. Die Einleitung eines solchen Verfahrens sei der nächste Schritt und Thema in einer der nächsten Sitzungen des Ausschusses für Gemeindeentwicklung und Bauen.
Bürgermeister Lars Krause ergänzte, dass die Verwaltung davon ausgehe, dass das zusätzliche Verkehrsaufkommen nicht zu Problemen führen werde, die Auswirkungen aber selbstverständlich im Zuge des Bauleitplanverfahrens geprüft würden. Er lud die Bürger ein, auch an diesen Beratungen teilzunehmen und dort mögliche Bedenken zu äußern.
Idee nicht neu
Die Idee einer Kita auf dem Gelände ist im Übrigen nicht neu. Als 2016 im Zusammenhang mit der Erweiterung der Grundschule Kleibrok über die Neugestaltung und Verkleinerung des Sportplatzes beraten wurde, hatte die Verwaltung berichtet, dass sie sich vorbehalte, den Bereich in der Zukunft zu überplanen, um dort möglicherweise eine öffentliche Einrichtung zu schaffen. Als Beispiel war seinerzeit eine Kindertagesstätte genannt worden.
Eine Interessengemeinschaft forderte damals hingegen: „Wir möchten, dass der jetzige, abgetrennte Bereich des Sportplatzes heute und dauerhaft als Freifläche den Bürgern, den Kindern, den Schülern und Anwohnern erhalten bleibt.“ Anlieger wiesen am Dienstag darauf hin, dass es sich um die letzte verfügbare Fläche handele, die in dem Gebiet noch zur Verfügung stehe und ein beliebter Treffpunkt sei.
Finanzierung offen
Völlig ausgeklammert aus der Beratung wurde am Dienstag die Frage der Finanzierung. Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, den neuen Kindergarten auf dem ehemaligen Sportplatz Kleibrok von einem privaten Investor bauen zu lassen. Hintergrund ist die angespannte Finanzlage der Gemeinde Rastede. Würde sie die Kita selbst bauen lassen, bedeutete dies Kosten von rund 3,7 Millionen Euro – so eine aktuelle Schätzung.
Sabine Meyer sagte, dass es dazu schon im Vorfeld der Sitzung sehr viele Fragen gegeben habe. Deshalb habe die Verwaltung entschieden, über die Finanzierung – unter Einbezug weiterer Varianten – im Ausschuss für Wirtschaft, Finanzen und Digitales zu beraten.
