Wiefelstede - „Und plötzlich flog eine Schere durch den Raum und dem Kind direkt an den Kopf“, erzählt Tanja Renken, die sich auf den Aufruf in der NWZ, anlässlich des 50. Geburtstages der Kita „Am Breeden“, gemeldet hat und von ihren Erinnerungen als Kindergartenkind dort erzählt. Auch Sabine Schneider, die heute selbst Erzieherin ist und ihre Ausbildung in dieser Einrichtung machte, erinnert sich an verschiedene Erlebnisse von früher.
Fliegende Bastelschere
Tanja Renken erinnert sich noch ganz genau an den Tag mit dem Scheren-Vorfall: Der Gruppenraum befand sich noch im Aufbau, daher waren die kleinen „Krokodile“ (Name der Kita-Gruppe) übergangsweise in der Grundschule nebenan untergebracht. Ein Kind fragte nach einer Bastelschere, ein anders warf es mit guter Absicht und verletzte dabei den Kopf des Kindes leicht. „Weil wir kein Telefon in diesem Raum hatten, wurde ich beauftragt in den Hauptkindergarten zu rennen, um von dort einen Krankenwagen zu rufen“, sagt Tanja Renken. Ihr Weg führte dabei über den Schulhof der Oberschule – „vorbei an den großen Kids und vorbei an den noch größeren Jugendlichen, die rauchend in der Raucherecke“ standen. Die Rettungskräfte kamen schnell und dem Kind ging es bald wieder gut.
Erinnerung in Bildern
Vor allen Dingen aus Bildern bestehen die Erinnerungen von Daniela Süsens, die 1972 in den nagelneuen Kindergarten kam. In der Marienkäfergruppe hat sie viele Kinder kennengelernt und die ersten Übernachtungspartys erlebt. Besonders an die Karnevalsfeiern erinnert sie sich gern zurück.
Prägende Zeit
Auch Sabine Schneider erinnert sich noch ziemlich genau an einen Unfall, für den es im Anschluss eine gehörige Standpauke von der Erzieherin gab, die sie geprägt hat und noch heute „ihren“ Kindergartenkindern erzählt. Sie leitet eine Kita in Oldenburg „An einem wilden und lauten Vormittag, hat ein Junge einem Mädchen den Stuhl weggezogen, als es sich hinsetzen wollte. Das hatte eine beträchtliche Platzwunde am Kopf zur Folge“.
Aber auch an viel Schönes denkt Sabine Schneider zurück: Selbstgemachte Lebkuchen–Knusperhäuser in der Vorweihnachtszeit, Abenteuer auf dem Spielplatz und Turnstunden in der Aula. Die große Flügeltür des Geräteraumes konnte zum Kaspertheater umgebaut werden. Gespielt wurde Räuber Hotzenplotz. „Das war mein erster ‚Theaterbesuch‘ und ein tolles Erlebnis“, sagt Sabine Schneider.
Hagebuttentee mochte sie als Kind nicht und heute auch nicht – den gab es damals immer zum Frühstück. „Den Geruch von frisch aufgebrühtem Hagebuttentee, der morgens durch den Flur zog, habe ich abgespeichert“. Dieses Erlebnis hat sie glücklicherweise nicht von ihrem Berufswunsch abgehalten. Ein Schulpraktikum in der Kita „Am Breeden“ festigte diesen und nach der Ausbildung arbeitete sie einige Jahre dort.
Sabine Schneider sagt dazu: „Dass ich mich später für die Erzieherausbildung entschieden habe und bis heute in diesem Bereich arbeite, hat am Rande vielleicht auch mit meinen guten Erfahrungen im Wiefelsteder Kindergarten zu tun.“
