Rastede - Seit seiner Schulzeit spielt Werner Pecher Klarinette – und macht das immer noch sehr gern. Um mit seinem Talent gerade in der Corona-Zeit auch anderen eine Freude zu machen, war der 81-Jährige am Ostersonntag in Rastede unterwegs.

Seine musikalische Tour startete Pecher, der vor acht Jahren aus Hamburg nach Rastede gezogen ist, an beziehungsweise in den Einrichtungen der AWO in der Mühlenstraße und der Straße Im kühlen Grund. Dort spielte er jeweils einige Osterständchen. Dazu gehörten der Ostergruß – ein Kirchenlied aus dem 14. Jahrhundert – und verschiedene Frühlingslieder.

Bereits im vergangenen Jahr hatte der 81-Jährige eine ähnliche Aktion gemacht und noch gehofft, dass die Pandemie mittlerweile überstanden wäre. „Darum habe ich mir fest vorgenommen, den Bewohnern auch an diesem Osterfest wieder einen Frühlingsgruß zu senden.“

Auch das Wetter habe beim ersten Auftritt vor dem Eingangsbereich der Einrichtung an der Straße Im kühlen Grund einigermaßen mitgemacht, so Pecher: „Dankenswerter Weise regnete es nicht, denn die Klarinette darf auf keinen Fall nass werden. Seine Musik hätten viele Bewohner bei geöffneten Fenstern und auf den Balkonen verfolgt und mit Beifall belohnt. Außerdem habe ihm eine Bewohnerin spontan eine Packung Schwarzen Tee geschenkt.

Bei seinem zweiten Auftritt beim betreuten Wohnen an der Mühlenstraße durfte er sogar ins Gebäude. „Hier konnte ich im Hausflur spielen und meine klammen Finger aufwärmen. Denn im Gegensatz zum vorigen Jahr war es mit sechs Grad deutlich kälter.“ Bedenken wegen seines Alters habe er dabei nicht gehabt, da er bereits seine zweite Corona-Impfung erhalten habe, so Pecher.

„Auf dem Nachhauseweg hielt ich noch in der Nähe unseres Hauses an und musizierte für die Nachbarn. Einige Kinder spielten trotz der Kälte draußen und lauschten mit fröhlichem Gesicht den dargebotenen Kinderliedern.“ Das war aber nicht die einzige Belohnung: Ein Vater habe ihm von seinem Kind ein paar Euro bringen lassen, die er schlecht habe zurückweisen können. Für das Geld werde er sich ein neues Klarinettenblatt kaufen.

So zog Pecher ein durchweg positives Fazit: „Mit kalter Klarinette und klammen Fingern, aber mit fröhlichem Herzen kehrte ich zurück und spielte noch einige Lieder im Kreis der Familie. Wenn das kein erfüllter Ostersonntag war?“