Klauhörn - Geschichten will Jörg Ridderbusch mit seinen Skulpturen erzählen, mit jenen Kunstwerken, die – ermöglicht mit Geldern der Dorferneuerung – an insgesamt 15 Lieblingsplätzen der Aper Bevölkerung aufgestellt werden. Humorvoll und spielerisch wirkt auch das 14. Werk, das der Oldenburger Künstler zusammen mit seiner Lebensgefährtin Ilona Schumacher schuf: der Eichenkönig von Klauhörn.
Ein König statt einer Fee
„Eigentlich hatten wir für Klauhörn zunächst an eine Weidenfee gedacht, weil es eine markante Weide im Dorf gibt, aber dann wurde es doch ein Eichenkönig“, erläutert der Oldenburger. Die Eichenstraße mit ihrem alten Baumbestand ist schließlich nicht nur eine beliebte Radfahrstrecke, sondern auch einer der Hauptwege im Dorf, an dem sich der Dorfplatz und das Vereinsheim des örtlichen Heimat- und Boßelervereins „Leeg weg“ befinden. Am Eingang des Dorfplatzes thront nun der König, ein Fabelwesen, das fast aus dem Holz wächst, aber nichts von der Massivität hat, die die Klauhörner Eichen auszeichnet.
Skulptur voller Leichtigkeit
„Leicht und beschwingt sollte unsere Stahlskulptur wirken, das war uns wichtig“, erläutert Künstler Ridderbusch. Gefertigt wurde die Skulptur aus Stahlblechbändern, deren Struktur an borkige Eichenrinde erinnert. Ebenfalls aus Stahl sind die Eichenblätter, die das Kunstwerk umspielen. Sommerlich-himmelblau wurde der Eichenkönig gestaltet, der auf hochhackigen, roten Schuhen steht und jene Haltung mimt, wie sie Boßeler vor dem Abwurf der Boßelkugel zeigen. Des Königs Boßelkugel ist die Weltkugel, das verbindende Element für alle Skulpturen an den Aper Lieblingsorten. Zu Füßen des Königs befindet sich eine Bank, wo Besucher Platz nehmen und sich entspannen können.
Hörstation folgt
„Nun ist der König von der Gemeinde in Klauhörn zuhause und blickt von der Sanddüne, auf der sich Klauhörn als nördlichster Zipfel Apens befindet, auf sein Reich“, sagte Dorfchronist Johann Hasselhorst, langjähriger Vorsitzender des Heimat- und Boßelervereins und seit 2019 Ehrenvorsitzender des Vereins. Er hatte bei der kleinen Einweihung, die unter Corona-Bedingungen nach langer Zeit erstmals wieder mit einigen Gästen erfolgen konnte, allerlei zur Geschichte und den Aktivitäten des 100-Seelen-Dorfes zu berichten. Hasselhorsts Informationen, die auch jene von einer Schautafel über Klauhörner Geschichte am Dorfplatz ergänzen, sollen auch Grundlage für die neue Hörstation werden, die beim Eichenkönig noch installiert wird. Auch bei den Skulpturen anderer Lieblingsorte werden Hörstationen entstehen – damit ist derzeit der Aper Verkehrsverein beschäftigt. Als Kunst, die zu den Menschen käme und in Klauhörn schon jetzt viel Zuspruch erfahren habe, bezeichnete Apens Bürgermeister Matthias Huber den neuen „Eichenkönig“.
