Bad Zwischenahn - Ende 2020 hatte der Rat der Gemeinde Bad Zwischenahn den Beschluss gefasst, dem Thema Klimaschutz eine höhere Priorität zu geben. Aufgrund dessen sollte ein Klimaschutzmanagement erarbeitet werden. Klimaschutzmanagerin Laura Backhaus nahm daraufhin im März 2021 ihr Aufgabe auf. Nun wird an diesem Montag, 13. Juni, in der Sitzung des Ausschusses für Planung, Energie um Umwelt um 17 Uhr im Haus Brandstätter in Bad Zwischenahn das Klimaschutzkonzept inklusive der Ziele final beraten. Zudem wird unter anderem über Windenergie gesprochen.
Status Quo erhoben
Für Klimaschutzmanagerin Backhaus gab es in den vergangenen Monaten viel zu tun: Sie hat den Status Quo erhoben, eine Treibhausgasbilanz berechnet sowie Szenarien- und Minderungspotenziale ausrechnen lassen. Es wurden zudem Projekte, die dem Klimaschutz zugutekommen, angestoßen oder bereits umgesetzt. Auch Bürgern, Ratsmitglieder sowie Experten aus den Bereichen Energieversorgung, ÖPNV, Naturschutz und Tourismus wurden einbezogen. Es gab eine Online-Ideenkarte, drei Präsenzveranstaltungen und drei themenbezogene Workshops.
Vorrangiges Ziel des Klimaschutzkonzeptes soll es sein, dass Bad Zwischenahn bestenfalls bis 2040 eine treibhausneutrale Gemeinde wird. „Die Umsetzung werde ich natürlich nicht alleine übernehmen“, erklärt Backhaus. Es sind die Fachämter – wie teilweise ohnehin – involviert, möglicherweise sind aufgrund dieser großen Aufgabe weitere Personalstellen zu schaffen und jeder, der sich engagieren möchte, ist herzlich eingeladen, dies in Eigeninitiative zu tun und darüber zu informieren.
Backhaus überprüft, wie erfolgreich die Maßnahmen umgesetzt wurden – beispielsweise in Form der kontinuierlichen Fortschreibung einer CO-Bilanz alle drei bis fünf Jahre. Das fertige Konzept muss nach Vorgaben der Förderrichtlinie zum 31. August eingereicht werden.
Ergebnisse vorstellen
Zu den Ergebnissen des Klimaschutzkonzeptes zählt der Endenergieverbrauch – bestehend aus Verkehr, Wärme und Strom – der Gemeinde. Dieser betrug 950 758 Megawattstunden (MWh) im Jahr 2019, wobei eine MWh einer Millionen Wattstunden (Wh) entspricht. Zum Vergleich: Eine LED-Lampe verbraucht etwa fünf Wattstunden je Stunde. Die privaten Haushalte haben mit 34 Prozent den größten Anteil am Endenergiebedarf. Auf den Verkehr entfallen 29 Prozent, auf Gewerbe, Handel und Dienstleistung sieben Prozent. Kommunale Einrichtungen machen ein Prozent des Bedarfs aus. „Also muss die Gemeinde über ihre eigenen Einrichtungen hinaus die Klimapolitik für Gewerbe und Haushalte vorantreiben“, sagt Backhaus.
Der Anteil an erneuerbaren Energien im Verkehr beträgt weniger als drei Prozent und an der Wärmeversorgung nur etwa ein Prozent. In Bad Zwischenahn nimmt der Anteil aus erneuerbaren Energien an der Stromproduktion 2019 einen Anteil von 15 Prozent ein. „Dieser Anteil soll bestenfalls auf 100 Prozent gesteigert werden“, so Backhaus.
Einsparpotenziale sieht die Klimaschutzmanagerin vor allem im Immobilien-Sektor: „Hier gilt es im Bestand den Sanierungsgrad auszubauen und im Neubaubereich die Nutzung erneuerbarer Energien und moderner Technologien zu fördern.“ Hohe Einsparpotenziale gebe es zudem im Wirtschaftssektor und beim Verkehr.
