Rastede - Edewecht und Bad Zwischenahn haben es vorgemacht, nun möchte Rastede nachziehen: In Beteiligung der Bewohnerinnen und Bewohner soll ein Klimaschutzkonzept ausgearbeitet werden. Das Ziel: Klimaneutralität bis 2040. Spätestens Ende Juli 2023 soll ein konkreter Maßnahmenkatalog für die nächsten zehn Jahre stehen. Zum Auftakt lädt die Gemeinde am Mittwoch, 31. August, um 18 Uhr in die Neue Aula der Kooperativen Gesamtschule Rastede ein. Mitbestimmungsrecht der Bürger stehe an erster Stelle: „Wir hoffen auf eine breite Beteiligung von Bürgern und Interessenvertreten“, so Klimaschutzmanagerin Evelyn Brudler.
Vorbild Emden
In der Aula wird Jann Gerdes, Klimaschutzmanager der Stadt Emden, einen Vortrag halten. Emden ist eines der Städte, die Rastede als Vorbild dienen soll. Gerdes soll Impulse für die späteren Diskussionen in Kleingruppen beisteuern. „Durch die Vorträge von Vertretern anderer Gemeinden wollen wir einen Ausblick darauf geben, was leistbar ist“, so Brudler. Zu den Ideen, die man sich von anderen Gemeinden und Städten abschauen möchte, gehören unter anderem der Schienenausbau, die Einführung eines Bürgerbusses und die Entwicklung sogenannter Mitfahrer-Apps, lässt Brudler verlauten.
Bilanzveröffentlichung
Es folgt eine Vorstellung der Klimaschutzarbeit der Gemeinde. Brudler bekleidet seit Februar das neu geschaffene Amt der Klimaschutzmanagerin und wurde sofort tätig: Im vergangenen halben Jahr hat sie die Energie- und Treibhausgasbilanz für das Gemeindegebiet erheben lassen. Diese wird dem Plenum vorgestellt, um daraus Potenziale und Notwendigkeiten abzuleiten. „Wir können zum Beispiel noch mehr in Sachen erneuerbare Energien anstoßen“, sagt sie. Hierzu laufen derzeit einige Studien wie etwa eine Windkraftpotenzialstudie.
In vier Gruppen zu den Themen Mobilität, Wohnen, Konsum und Wirtschaft sollen die Bürger anschließend über mögliche Maßnahmen diskutieren. Die Ergebnisse werden im Plenum vorgestellt und dienen als Grundlage für vier weitere Workshops, die im Herbst geplant sind. Hier sollen dann explizit Interessensgruppen etwa aus der Verwaltung und Wirtschaft angesprochen werden.
Bürgerdialoge
Im Vorfeld hat die Gemeinde keine Mühen gescheut, um auf das Thema aufmerksam zu machen. „Auf dem Rasteder Frühjahrsmarkt im April waren wir präsent und im Mai haben wir Bürgerdialoge geführt“, betont Gemeindesprecher Ralf Kobbe.
Hierbei wurde Interessierten Karteikarten gereicht, auf denen sie ihre Ideen kundtun können. Diese können weiterhin in einem Kasten im Rathausfoyer abgegeben werden. „Wir haben bisher über 20 Karten erhalten, dazu kommen Anrufe und Mailzuschriften“, sagt Brudler.
Anregungen gebe es in sämtlichen Themenfeldern. Ein Vorschlag ist etwa der Bau einer Bahnhaltepunkt in Südende, eine andere Person fragte nach Förderangeboten für Photovoltaikanlagen auf Privatdächern. Die Ideen werden in die Auftaktveranstaltung einfließen.
Optimismus
Was die Finanzierung möglicher Maßnahmen angeht, ist Brudler optimistisch, dass man mit einem überzeugenden Konzept früh genug an die „großen Fördertöpfe“ herankommt.
Vorgaben seitens der EU unterstreichen die Wichtigkeit klimafördernder Veränderungen. „Daran muss sich auch die Verteilung von Fördergeldern orientieren“, sagt Brudler. Die Gemeinde freut sich über Anmeldungen per Mail an anmeldung.klimaschutz@rastede.de oder vor Ort. Spontane Teilnahmen seien aber auch möglich.
