Mit der Ansiedlung der Oldenburger Traditionsfirma Herzog ist der Gemeinde Rastede im Bereich Wirtschaft ein weiterer großer Wurf gelungen. Der führende Hersteller von Flecht- und Spulmaschinen passt hervorragend in das Umfeld aus innovativen Unternehmen, die im Industriegebiet Am Autobahnkreuz bereits eine neue Heimat gefunden haben. Dort bilden Unternehmen aus Oldenburg inzwischen den Schwerpunkt, denen in der Stadt keine passenden Angebote gemacht werden konnten.
Der Autoteile-Spezialist Vierol hat in der Gemeinde Rastede sein neues Logistiklager gebaut, die Hitzeschutz-Spezialisten von Jutec hatten gleich ihr ganzes Unternehmen ans Autobahnkreuz verlegt. Außerdem hat Broetje Automation, die Maschinen und Anlagen zur Montage von Flugzeugen planen und realisieren, seinen Sitz in dem Gebiet.
Damit sind die Kapazitäten im Industriegebiet nun allerdings nahezu erschöpft – und weitere Flächen stehen in der Gemeinde mit Ausnahme kleinerer Areale in Liethe nicht mehr zur Verfügung. Anders sieht es für Gewerbebetriebe aus. Zurzeit laufen die Planungen für ein neues Gewerbegebiet an der Autobahnanschlussstelle Rastede, wo bedarfsgerecht Grundstücke angeboten werden sollen.
Es wird nun allerdings darüber zu sprechen sein, ob Rastede weitere Industrieflächen ausweisen möchte oder ob ein Schlussstrich unter die Entwicklung gesetzt werden sollte. Eine zentrale Frage wäre dann das Wo? Und die könnte zu unbequemen Diskussionen führen. Das war schon vor Jahren am Autobahnkreuz der Fall.
Wie wichtig aber der Mix aus kleinen und größeren Unternehmen für eine Gemeinde ist, zeigt sich in Rastede insbesondere in den vergangenen Jahren, wo zum Teil enorme Gewerbesteuerzahlungen den Haushalt „sanierten“. Ärgern dürfte sich hingegen die Stadt Oldenburg, der es trotz Bemühungen wieder nicht gelungen ist, einem traditionsreichen Unternehmen eine Zukunft zu bieten.
