Das Ammerland setzt mit der Demonstration gegen Faschismus ein wichtiges Zeichen: Rechtsextremismus hat in diesem Landkreis nichts zu suchen. Gerade im Ammerland, insbesondere in Westerstede, hat das historisch bedingt eine besonders hohe Bedeutung. Die NSDAP erzielte hier Anfang der 1930er-Jahre Rekordergebnisse. Der Landtag im Oldenburger Land, zu dem das Ammerland gehörte, war der erste, in dem die Nationalsozialisten die absolute Mehrheit hatten. In Westerstede wählten 83 Prozent der Menschen die Nazis. Das darf nicht auch nur ansatzweise wieder passieren. Es ist stark, dass Uwe Kroon anlässlich der Proteste, die vielerorts schon stattfanden, die Initiative ergriffen hat und auch für das Ammerland zur Demonstration aufgerufen hat – und es ist stark, dass so viele Menschen auch hier ein Zeichen setzen. Das Ammerland ist bunt und offen für jede und jeden und so will es auch bleiben. Das wurde Freitag deutlich.

Klare Botschaften auf den Plakaten: In Westerstede wurde am Freitag demonstriert.

DEMONSTRATION IM AMMERLAND 1500 Menschen protestieren in Westerstede gegen Faschismus – Wie es gelaufen ist

Jan-Michael Heimann
Westerstede

Dennoch sollte bei den aktuell völlig angebrachten Protesten nicht der Eindruck entstehen, sie wären ein Erfolg der regierenden Parteien in Deutschland. Die Ampel auf Bundesebene trägt einen großen Anteil daran, dass der Frust unter den Menschen derzeit groß ist. Doch auch die Vorgänger-Regierung schaffte es nicht, in puncto Flüchtlingspolitik oder generell auch im Krisenmanagement vernünftige Lösungen zu finden oder diese den Bürgerinnen und Bürgern gut zu vermitteln. Die Politik muss anfangen, die Menschen mitzunehmen. Dann kann die Gesellschaft wieder gestärkt werden und die Geschicke können in die richtige Richtung gelenkt werden. In Westerstede wurde deutlich gemacht, wohin es dabei nicht gehen soll.

Jan-Michael Heimann
Jan-Michael Heimann Redaktion Westerstede