Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Konzert auf Gut Horn in Gristede Eine Symbiose aus Virtuosität und Spielfreude

Volkmar Stickan
Haben die Zuhörerinnen und Zuhörer auf Gut Horn in Gristede in ihren Bann gezogen: die Musiker (von links) Frank Dupree, Jakob Krupp und „Obi“ Jenne.

Haben die Zuhörerinnen und Zuhörer auf Gut Horn in Gristede in ihren Bann gezogen: die Musiker (von links) Frank Dupree, Jakob Krupp und „Obi“ Jenne.

Sascha Stüber

Gristede - Bei einem Konzert des Frank Dupree Trios gehen einem schon mal ganz schnell die Superlative aus und man weiß nicht, was man mehr bewundern soll: die hör- und sichtbar überschäumende Spielfreude oder die überwältigende Virtuosität dieses Trios. Ein Trio, das durch seine Horizonte-öffnende stilübergreifende Musik, seine unglaublich phantasievollen und mitreißenden Improvisationen, aber auch durch seine sich gegenseitig beflügelnde rhythmische Präsenz besticht. In der restlos ausverkauften Konzertscheune auf Gut Horn ist zu erleben, wie unentrinnbar packend und knisternd spannend Musik sein kann, wenn sie so dargeboten wird, wie hier vom Frank Dupree Trio.

Werke von Kapustin

Bei den Konzerten des Pianisten Frank Dupree stehen immer wieder ganz besonders die Werke des ukrainischen Komponisten Nikolai Kapustin (1937-2020) im Mittelpunkt. Ein klassisch ausgebildeter Komponist, der seine Begeisterung für den Jazz in seine Kompositionen hat einfließen lassen, wobei er alles – auch die frei klingendsten Improvisationen – in Noten festgelegt hat. Das Frank Dupree Trio erweitert diese Klavierkompositionen dazu noch um Bass und Schlagzeug. Anhand des unglaublich virtuosen ersten „Jazz-Preludes“ aus op. 53 demonstrieren Pianist Frank Dupree und Schlagzeuger „Obi“ Jenne, wie unterschiedlich stilistisch das Schlagzeug diese Musik unterlegen und bereichern kann.

Ein absoluter Höhepunkt sind immer wieder die „Variations op. 41“ von Nikolai Kapustin. Hier zeigt der Komponist, dass er – ausgehend von Igor Strawinskys „Le sacre…“-Thema – nicht nur den Jazz, sondern auch die Tonsprache Strawinskys grandios nachempfindet. Immer wieder ein Highlight ist die Abschlussvariation mit ihrem atemlos rasanten, sich fast selbst überschlagenden Tempo. Das virtuose Feuerwerk, das Frank Dupree hier entzündet ist schon einmalig. Einfach großartig, mit welch sichtlichem Spaß und mit welch unaufgeregter Lockerheit die Finger hier über die Tastatur rasen. Kontrabassist Jakob Krupp und Schlagzeuger „Obi“ Jenne erweisen sich an diesem Abend nicht nur als expressiv mitgestaltende Impulsgeber, sondern sie bringen auch immer wieder begeisternde Soli ein.

Und dann wird man plötzlich von dem Klangzauber des wundervollen und zarten kleinen „Prélude a-moll“ von Maurice Ravel (1875-1937) weggetragen, ohne so wirklich zu merken, wann Schlagzeug und Bass leise dazukommen und sich das Klavier in freie impressionistische Improvisationen erweitert.

Freie Improvisation

Mit den Songs „It ain’t nessessarily so“ und „Summertime“ aus „Porgy and Bess“ von George Gershwin (1898-1937) wird der freie Improvisationsblock eröffnet und die drei Musiker bringen sich hier mit ihren teils verträumten, aber auch überbordenden und gegenseitig anstachelnden Soli grandios ein. Und nachdem man mit einem Lächeln den „Bacardi“ der Komponistin Dana Suesse (1911-1987) zu sich genommen hat und sich bei Leonard Bernstein (1918-1990) „Cool“ geschnippt hat, legt das Frank Dupree Trio nochmal mit „Mambo“ nach. Und wer denkt, da geht nichts mehr, glaubt kaum, was da noch geht! Der absolute Wahnsinn, wie sich die drei Musiker hier noch einmal zum Schluss weltvergessen in Improvisationen und mitreißender Spielfreude ausleben – und dann zwei Zugaben nachlegen.

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Haben das Demokratiefest am 11. Mai in Schortens aus Sicherheitsgründen abgesagt: die Veranstalter (von links) Detlef Kasig, Axel Homfeldt und Wolfgang Ottens.

SICHERHEITSGRÜNDE Veranstalter sagen Fest für Demokratie in Schortens ab

Jever
Da hofften sie noch auf ein buntes Familienfest (von links): die Initiatoren von „Rock durch die Mitte“ Detlef Kasig (SPD), Axel Homfeldt (CDU) und Wolfgang Ottens (Grüne).

DEMOKRATIE-FEST IN SCHORTENS ABGESAGT Initiatoren sehen Sicherheit am 11. Mai gefährdet

Jeversches Wochenblatt
Schortens
Mit der Legalisierung von Cannabis für Erwachsene wird auch Jugendlichen suggeriert, dass Kiffen in Ordnung ist.

DROGENKONSUM BEI JUGENDLICHEN Die Reifung von Hirn und Emotionen bleibt beim Kiffen auf der Strecke

Anja Biewald
Oldenburg
Die Baskets Oldenburg um Alen Pjanic (links) können in der Tabelle klettern. Vechta und Wes Iwundu fehlen noch ein Sieg im Playoff-Rennen.

ZWEI SPIELTAGE VOR ENDE DER HAUPTRUNDE Das ist für Baskets Oldenburg und Rasta Vechta noch drin

Niklas Benter
Oldenburg
Der Herr der Zahlen bei Kickers Emden: Steuerberater und Vorsitzender Hendrik Poppinga.

WEGWEISENDE VERSAMMLUNG Wichtiges Zukunfts-Votum bei Kickers Emden – Mitglieder kommen Ende Mai zusammen

Lars Möller
Emden