Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Rezension zum Äneas-Humm-Konzert im Kurort Sehnsucht – mit Blick aufs Zwischenahner Meer

Andreas Rudolf Schweiberer
Überzeugte mit seinem Lied-Programm zum Thema Sehnsucht: Äneas Humm, begleitet von Renate Rohlfing am Klavier.

Überzeugte mit seinem Lied-Programm zum Thema Sehnsucht: Äneas Humm, begleitet von Renate Rohlfing am Klavier.

Patric Leo

Bad Zwischenahn - Der junge Schweizer Bariton Äneas Humm gastierte mit einem um den starken Gefühlszustand „Sehnsucht“ gruppierten Lied-Programm im stilvollen Alten Kurhaus. Dieser gehaltvolle und klangschöne Liederabend mit Liedern der Geschwister Mendelssohn, Franz Liszt und Richard Strauss wurde organisiert und veranstaltet vom Musikfest Bremen in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Ammerland.

Äneas Humm stellte sich selbst vor und verwies auf seine starke Verbundenheit mit dem Bremer Raum, denn er hatte sein Operndebüt in Bremerhaven, studierte an der Bremer Hochschule der Künste und fand ebendort auch sein privates Glück. Aktuell arbeitet er als Opernsänger im Ensemble des Theaters St. Gallen.

Eigener Stempel

Gleich die ersten vier Lieder seines Programms, Preziosen aus der Feder von Fanny Hensel, der begabten Schwester von Felix Mendelssohn, ließen aufhorchen. Humm wurde von Renate Rohlfing am Klavier nicht einfach nur „begleitet“. Die Pianistin drückte diesem Liederabend ganz unaufgeregt und mit großer Selbstverständlichkeit ihren ganz eigenen Stempel auf. Sie leuchtete subtil die musikalische Substanz aus, sie stützte die Stimme, sie intervenierte ganz unaufdringlich bei den Tempi und war alles in allem der gute Geist im Hintergrund.

Humm intonierte sauber, sang mit Ausdruck und mit Nachdruck. Bei den vier Liedern von Fanny Hensel und den fünf Liedern ihres Bruders Felix ließ sich ein wenig zu stark das Opernhafte des ausgebildeten Opernsängers hören. Bei aller Binnendifferenzierung und Verständnis für den unterschwelligen Humor und die Ironie der Texte aus der Feder von Heinrich Heine wäre weniger Druck und weniger Geste mehr gewesen.

Liszt und Strauss

Nach der Pause beglückten Humm und Rohlfing das Auditorium mit fünf Liedern von Franz Liszt und sechs Liedern von Richard Strauss, die allesamt um die Sehnsucht und um die heimliche Liebe kreisten.

Gerade bei den Liedern des Opernkomponisten Strauss überzeugte der Bariton mit kleinen Opernständchen wie der „Heimlichen Aufforderung“.

Die Gefühlswelt dieser Texte ist breiter und üppiger, ja luxuriöser angelegt als in den sensiblen Poesien der Hölty, Goethe, Eichendorff und Heine, die zuvor erklangen.

Humm, der mit besonderem Nachdruck davon erzählte, dass seine Lieblingspartie die des Harlekin in der Strauss-Oper „Ariadne aus Naxos“ sei, war hier ganz in seinem Element und schöpfte stimmlich und expressiv aus dem Vollen.

Das zufriedene Publikum bedankte sich nach dem neunzigminütigen Programm enthusiastisch und forderte erfolgreich drei willkommene Zugaben ein.

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Ein Mann zündet sich einen Joint an. In der Umgebung von Schulen und Spielplätzen ist das Kiffen in Niedersachsen weiterhin verboten. Doch wer kontrolliert die Einhaltung?

TEIL-LEGALISIERUNG IN NIEDERSACHSEN Städte und Gemeinden fordern Klarheit und Unterstützung bei Cannabis-Kontrollen

Christina Sticht (dpa)
Hameln
Nach zwei Kellerbränden sucht die Polizei Wilhelmshaven nun Zeugen.

KELLERBRÄNDE IN WILHELMSHAVEN Treibt schon wieder ein Brandstifter sein Unwesen?

Stephan Giesers
Wilhelmshaven
Die AfD hatte bereits Anfang Februar zu einem Bürgerdialog ins Schortenser Bürgerhaus eingeladen, draußen versammelten sich mehrere Hundert Personen zu einer Gegendemo.

SCHORTENSER DEMOKRATIE-FEST ABGESAGT Nun übernehmen Antifa, Jusos und Fridays for Future

Oliver Braun
Schortens
Live-Blog
Bei der EM in Schleswig-Holstein im Jahr 2022 war die Stimmung ausgelassen: Ab Donnerstag wird es in Neuharlingersiel ähnlich aussehen.

BOSSELN UND KLOOTSCHIESSEN Europas beste Friesensportler – der Live-Blog zur EM in Neuharlingersiel

Neuharlingersiel
Die beiden Bestandsgebäude auf dem ehemaligen Friedeburger Schulgrundstück gehen ihrer Vollendung entgegen. Im Bild der sogenannte Turm.

KLASSENZIMMER WERDEN ZU WOHNRAUM Friedeburger wohnen jetzt dort, wo früher Kinder unterrichtet wurden

Detkef Kiese
Friedeburg