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Aufholen von Lernrückständen Oldenburger Studierende fördern Westersteder Schüler

Das Kernteam des Projektes: (von links) Chris Wyllie (Oberschule Westerstede), Daniela Radspieler-Schröder (Grundschule Bümmerstede), Dr. Paul Gudladt (Institut für Mathematik), Diana Hunscheidt (Institut für Mathematik), Prof. Dr. Ralph Schwarzkopf (Institut für Mathematik), Dr. Angela Schmitman gen. Pothmann (Oberschule Westerstede).

Das Kernteam des Projektes: (von links) Chris Wyllie (Oberschule Westerstede), Daniela Radspieler-Schröder (Grundschule Bümmerstede), Dr. Paul Gudladt (Institut für Mathematik), Diana Hunscheidt (Institut für Mathematik), Prof. Dr. Ralph Schwarzkopf (Institut für Mathematik), Dr. Angela Schmitman gen. Pothmann (Oberschule Westerstede).

Ina Mielke

Westerstede/Oldenburg - Unter den Folgen der Corona-Pandemie hat vielerorts die Vermittlung des Unterrichtsstoffs gelitten. Um Lernrückstände aufzuholen und Leistungsstarke zu fordern, ist die Oberschule (OBS) Westerstede gemeinsam mit der Grundschule Bümmerstede in Oldenburg eine Kooperation mit dem Fachbereich Elementarmathematik der Universität Oldenburg eingegangen. Diese geht nun in die zweite Runde. „Wir wollen Schülerinnen und Schülern helfen, die aufgrund schwieriger Unterrichtsbedingungen in Zeiten der Pandemie Lernrückstände im Fach Mathematik aufgebaut haben“, sagt Dr. Paul Gudladt, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Mathematik.

Stehen für die Schulen die Förderung der Kompetenzen im Vordergrund, geht es für die Studierenden um die Erforschung von Fördermethoden unter Einsatz digitaler Mittel und die Schaffung von Förderumgebungen.

Idee von Westersteder Lehrerin

Angestoßen wurde das Projekt im vergangenen Jahr von Dr. Angela Schmitman gen. Pothmann, die sowohl als Lehrerin an der Oberschule Westerstede als auch in der Lehrerausbildung an der Uni Oldenburg tätig ist. „Ich finde es wichtig, dass Studierende bereits im Bachelor-Studium Erfahrungen an Schulen sammeln und die Schülerinnen und Schüler und unsere Lehrkräfte so in der Förderung und Forderung unterstützen können“, erklärt sie. So kam sie mit ihren OBS-Kollegen Chris Wyllie und Diana Hunscheidt, Lehrkraft im Fachbereich Elementarmathematik der Universität Oldenburg, auf die Idee, Studierende des Bachelor-Studiengangs Elementarmathematik zu ermöglichen, Schüler der Oberschule Westerstede zu fördern.

Da die Studierenden im vergangenen Jahr pandemiebedingt nicht in die Schulen gehen konnten, mussten Online-Formate her. Hier tat sich Schmitman gen. Pothmann mit dem OBS-Kollegen Chris Wyllie zusammen. „Das hat gut gepasst, weil er als Informatiklehrer viel Erfahrung mit der Entwicklung von Lernplattformen hat.“ Um auch jüngere Schüler an der Förderung teilhaben zu lassen, wurde auch die Grundschule Bümmerstede eingebunden. Realisiert wurde das Projekt durch Fördergelder der EWE Stiftung, sowie durch die Unterstützung des Schulleiters der OBS Westerstede Harm Saathoff.

Förderunterricht online

Am Anfang des Projekts, das aktuell wieder läuft, steht die Frage, wo die Schüler den größten Nachholbedarf haben. Hierzu wurden mittels einer von Chris Wyllie entwickelten Online-Plattform die Lernstände der zu fördernden Schüler der OBS Westerstede erhoben. „Die Studierenden picken einen Bereich heraus, der gezielt gefördert werden soll“, so Schmitman gen. Pothmann. Bei den Schülern handelt es sich um 5. und 6. Klassen sowie eine Abschlussklasse.

In der darauffolgenden Woche kamen die Studierenden an die Schulen, um individuell auf die Schüler einzugehen und Defizite genauer zu ermitteln. Innerhalb der nächsten drei Wochen entwickeln die Studierenden dann einen konkreten Förderplan für die Schüler. Es folgt ein individueller Förderunterricht in zwei bis drei Sitzungen. Dieser läuft online ab. Die Schüler setzen sich in Paaren oder Kleingruppen zusammen, mit Headsets und Lerntablets, die sie durch den Digitalpakt des Landes anschaffen konnten. Die Studierenden lassen sich dann online dazuschalten.

Gewinn für alle Seiten

Der Vorteil an dem Format: Alles kann aufgezeichnet werden, die Lern- und Kommunikationsprozesse im Nachhinein untersucht werden. Die Erkenntnisse dienen nicht nur den Studierenden, sondern fließen auch in die Lehre und in Forschungsprojekten der Universität ein.

„Es ist eine große Unterstützung für unsere Schüler und gleichzeitig ein Gewinn für die Studierenden und für die Forschung“, so Schmitman gen. Pothmann. Auch die Lehrkräfte würden so zumindest ein wenig entlastet.

Florian Fabozzi
Florian Fabozzi Digitalteam Wesermarsch
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