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NWZonline.de Region Ammerland Kultur

Von Morderatoren, Minen und Vorgräten

02.01.2018

Ammerland Nichts ärgert einen Redakteur mehr, als morgens die Zeitung aufzuschlagen und auf den ersten Blick den blöden Tippfehler zu entdecken, der am Abend zuvor trotz mehrfachen Korrekturlesens nicht mehr aufgefallen ist.

Aber manche Vertipper bringen auch eine unfreiwillige Komik mit sich – und die werden gerne gesammelt, am liebsten, wenn sie es gar nicht erst ins Blatt oder die Online-Version der NWZ geschafft haben. Eine Auswahl der lustigsten Vertipper des Jahres 2017 bringen wir hier doch noch ganz bewusst – in der Hoffnung, dass unsere Leser ebenfalls ein wenig schmunzeln und uns den einen oder anderen Fehler künftig leichter verzeihen.

Wenn wir Polizeimeldungen verfassen, berichten wir leider häufiger, dass Einbrecher entkommen sind. Einmal konnten die Täter aber nicht nur fliehen, sondern erstaunlicherweise sogar „fliegen“. Ob die Polizei zur Verfolgung deshalb einen Hubschrauber einsetzte, ist uns leider nicht bekannt. Ebenfalls eine besondere Gabe von Kriminellen, die offenbar Haftflächen an den Handschuhen hatten, ist ebenfalls auf einen Vertipper zurückzuführen: „sie kletteten auf den Balkon“. Eine ganz neue Form des Kriminellen haben wir ebenfalls erfunden: den „Morderator“.

Ob der Redakteur zum Mittagessen Aal hatte, als er aus Vorgärten „Vorgräten“ machte ist leider nicht überliefert. Dieser Vertipper war aber ziemlich beliebt in 2017. Da wurde aus dem Park der Gärten auch einmal der „Park der Gräten“.

Unklar ist auch, wo ein anderer Kollege den vorherigen Abend verbracht hatte, als er die Wortneuschöpfung „benachtbart“ erfand.

Ziemlich unglaubwürdig fanden wir auch einen ganz neuen kulinarischen Genuss: das „Hartmus“. Ein Mus ist ja von Natur aus eher weich, der Kollege wollte also sicher über einen Hartmut berichten.

Eine besondere Speise, die den Lesern dann doch nicht serviert wurde, war das Kuchen- und Totenbuffet. Immerhin hätte das ganz gut zur Erbensuppe gepasst, die es glücklicherweise auch nicht in die Zeitung geschafft hat.

Lesen konnte man hingegen von den „versteinerten Minen der Voßbarg-Anwohner“, die sich in Rastede über die Beteiligung an den Kosten für den Straßenausbau ärgerten. Gemeint waren natürlich die versteinerten Gesichter der Bürger, also ihre Mienen. Ein Leser hatte gleich aber eine Erklärung für den Vertipper parat: „Kein Wunder, dass die Sanierung so teuer ist, wenn da auch Bergbau ins Spiel kommt.“

Und dann war da noch der eine Vertipper kurz vor Weihnachten: Ausgerechnet Fied empfahl, zu Weihnachten neben Riesengarnelen und Kängurusteak auch noch Kinderfilet zu servieren. Das wollen wir aber lieber doch nicht probieren.

Ein Pony mit einem Stockmaß von stolzen 126 Metern kreierte ein Kollege bei der Geschichte über eine junge Gespannfahrerin, die mit 14 auf der Kutsche sportlich schon sehr erfolgreich ist. Da hatte er am Komma gespart: Gemeint war natürlich ein Stockmaß von 1,26 Metern.

Sehr sympathisch finden wir eine neue Partei, die wir selbst unfreiwillig gegründet haben. Leider haben die „Lieberalen“ unseres Wissens nach aber bis heute kein einziges Mitglied im Ammerland gewinnen können.

Ämter gelten ja gemeinhin nicht als besonders attraktiv, eines war aber offensichtlich so ansehnlich, dass der Kollege das staatliche Gewerbeaufsichtsamt zum „stattlichen Gewerbeaufsichtsamt“ gemacht hat.

Für die Freunde hochwertiger Whiskys wäre ein „Malt-Wettbewerb“ sicher mal eine interessante Herausforderung – im Bericht, in den sich dieser Vertipper eingeschlichen hatte, darf die Zielgruppe aber noch gar keinen Alkohol trinken. Sie ahnen es bereits, es ging um einen Malwettbewerb für Kinder.

Und dann gibt es noch die Kategorie Dauer-Vertipper – Worte, bei denen sich die Finger prinzipiell auf der Tastatur verknoten. Ein Kollege macht nüchtern aus Alkohol ständig Alkol, ein anderer hat mit dem Oktober so seine Schwierigkeiten – der wird immer wieder zum Okotber. Ob das an einer wiederkehrenden Herbstdepression liegt? Wir wissen es nicht.