• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Ammerland Kultur

Von Steinäxten und Fischdolchen

04.07.2019

Apen Eine Reihe Viertklässler der Grundschule Apen steht vor einer Stellwand mit Informationen zur ehemaligen Festung Apen. Dann erspähen die Kinder eine Zeichnung mit einer großen Burg und einem Graben umzu. „Da wollen wir hin!“, rufen die Mädchen und Jungen.

Karl-Heinz Matten vom Freizeit- und Kulturkreis Bokel-Augustfehn lacht, wenn er an diese Begebenheit denkt. Claudia Kossendey, Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Archäologie der Oldenburgischen Landschaft, hatte ihm davon erzählt, weil sie die Grundschüler durch die archäologische Ausstellung geführt hatte. Sie habe dann den Mädchen und Jungen erklärt, dass die ehemalige Festungsanlage früher zwar existiert habe, aber wohl nicht in der Form, wie sie auf einer Zeichnung der Schautafel zu sehen sei und es die Festung heute nicht mehr gäbe.

Öffnungszeiten

Noch bis zum 12. Juli ist die Archäologie-Ausstellung über historische Funde aus Apen und Umgebung in der Aper Filiale der Volksbank, Hauptstraße 215, zu sehen.

Geöffnet ist die Ausstellung zu den Öffnungszeiten der Volksbank: Montag bis Mittwoch von 8.30 bis 12.30 Uhr und 14 bis 17 Uhr; Donnerstag von 8.30 bis 12.30 Uhr und 14 bis 18 Uhr; Freitag 8.30 bis 13 Uhr.

Auch weiterhin ist Karl Heinz Matten vom Kulturkreis Bokel-Augustfehn auf der Suche nach Exponaten aus Apen. Wer etwas hat, wendet sich an den Antiquar (Hauptstraße 586, 26689 Augustfehn, Telefon: 0 44 89/94 17 47). Jeder Fund wird ans Landesmuseums Natur und Mensch Oldenburg weitergeleitet.

Geröllkeulen und Streitäxte

„Die Kinder waren trotzdem sehr begeistert und zeichneten dann Steinbeile nach, die in einer Vitrine zusammen mit anderen Fundobjekten wie Geröllkeulen, Steinwerkzeugen und Streitäxten angeschaut werden können“, so der Antiquar aus Augustfehn.

Seit drei Wochen läuft nun die archäologische Ausstellung in Apen. Bis Freitag, 12. Juli, können Besucher noch in der Geschäftsstelle der Volksbank Funde aus der Jungsteinzeit sowie spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Objekte der ehemaligen Festung Apen betrachten. Konzipiert hat sie die Arbeitsgemeinschaft Archäologische Denkmalpflege der Oldenburgischen Landschaft mit Hilfe des Freizeit- und Kulturkreises Bokel-Augustfehn.

Erfolgsgeschichte?

Ob die Ausstellung bereits ein Erfolg ist, vermag Karl-Heinz Matten nicht beurteilen: „Das wird man im Nachhinein sehen.“ Er sagt, es ginge mehr darum, den Apern mehr Appetit auf Heimatgeschichte zu machen.

Mehr Informationen bekomme der Besucher, wenn noch mehr Interesse für historische Funde vorhanden sei, im Landesmuseum für Natur und Mensch in Oldenburg. „Wenn Menschen aus der Gemeinde Apen nicht ins Oldenburger Museum gehen, kommt das Museum eben zu ihnen“, lacht er.

Von Angestellten der Volksbank Apen habe der Augustfehner erfahren, dass sich die Besucher intensiv mit der Ausstellung, den Funden und den Infotafeln beschäftigten. Ausstellungsbesucher stellten dabei zum Beispiel fest, dass sie in der Nähe von Fundorten gewohnt oder dort mit dem Fahrrad lang gefahren seien.

Besucher fand Fischdolch

Dass das auch auf Volksbank-Kunden zutrifft, zeigt das Beispiel von Erich Eilers aus Espern. Als er beim Bankbesuch einen Blick auf die Antiquarien warf, entdeckte er einen ihm bekannten Gegenstand. Es war ein Dolch mit einem Fischschwanzgriff aus hellrostfarbenen Feuerstein. Der Fund stammt aus der Jungsteinzeit, etwa 2800 bis 2200 vor Christus.

Gefunden hatte ihn Erich Eilers Mitte der 1950er Jahre. „Da war ich sechs“, erinnert er sich. Erich Eilers hatte damals seinem Vater Landwirt Hans Eilers beim Eggen mit den Pferden auf einem Acker in Aperfeld geholfen. Dabei war ihm der Dolch ins Auge gesprungen. „Mein Vater und ich wussten nicht, was das ist.“

Statussymbol der Jungsteinzeit

Hans Eilers gab das Fundstück der Cousine mit, die damals zur Schule ging. Sie übergab den Dolch an ihren damaligen Schuldirektor. Der wusste anscheinend mehr über das Werkzeug aus der Bronzezeit und leitete es ans Museum weiter.

Für Dr. Jörgen Welp, stellvertretender Geschäftsführer der Oldenburgischen Landschaft, ist der Dolch in Form eines Fisches das bedeutendste Fundstück der Aper Ausstellung. Genutzt wurde er zum Bearbeiten von Holz, aber auch zur Verteidigung und war ein Statussymbol.

Niklas Grönitz Volontär, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2003
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.