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NWZonline.de Region Ammerland Kultur

Über Satellit bis zum Bodensee

24.06.2019

Bad Zwischenahn Bilder von einem großen See zum anderen übertragen, das ist für die Amateurfunker vom Ortsverband Ammerland noch eine ziemlich neue Erfahrung. Und so waren die Mitglieder des Ortsverbandes am Wochenende auch ziemlich stolz auf die leicht pixeligen Bilder, die auf einem Monitor in ihrem Funkanahänger direkt am Ufer des Zwischenahner Meeres zu sehen waren.

Gesendet wurden die Bilder aus Friedrichshafen am Bodensee, sie machten allerdings einen „kleinen“ Umweg über den Weltraum. Nun ist Satellitenfernsehen keine so neue Erfindung und Bilder von einem Punkt der Welt an den anderen übertragen, dass kann über das Internet heutzutage auch fast jeder. Was also ist so besonders an diesen Bildern? Udo Jestadt aus Varel, Funkrufzeichen DO6UJ, erklärte es gerne jedem, der am Anhänger anhielt. „Seit Februar gibt es den ersten geostationären Satelliten, über den Amateurfunker senden und empfangen können“, erklärt er. Alles was nötig ist, ist ein freier Blick nach Süden, eine Funklizenz und ein wenig Ausrüstung – schon kann der Funker seine Bilder auf die gesamte Nordhalbkugel des Globus schicken.

Natürlich haben die Ammerländer Amateurfunker keinen eigenen Satellit in die Erdumlaufbahn geschickt. „Technik und Start kosten rund 700 Millionen Euro“, sagt Jestadt. Es handelt sich um einen kommerziellen Satelliten, bei dem ein für den Amateurfunk umgerüsteter Transponder als Nutzlast an Bord ist. „Möglich gemacht hat das ein Scheich aus Katar, selbst Amateurfunker, er hat auch die Kosten zum Teil übernommen.“ 200 Sprachkanäle und acht bis neun Videokanäle bietet der Satellit den Amateuren. Am Wochenende nutzten Mitglieder des Ortsverbandes einen davon, um Bilder von der Amateurfunkmesse Ham Radio aus Friedrichshafen am Bodensee zu senden – nicht nur ins Ammerland.

Wer den Satellit und seinen Transponder wann nutzt, wird ganz unkompliziert abgesprochen – über einen Chat im Internet. Und weil am Wochenende in Bad Zwischenahn zwar eine Empfangs- aber keine Sendestation aufgestellt war, lief die Kommunikation mit den Mitgliedern am Bodensee eben über Whatsapp – auch wenn noch zahlreiche andere Funkanlagen mit den verschiedensten modernen und fast schon altertümlich wirkenden Technologien aufgebaut waren.

Die Ammerländer Funker fühlen sich in den verschiedensten Technologien zu Hause. „Gestreamt werden auch viele Funksignale ins Netz“, sagt Jestadt. Aber die Funker wissen um die Vorteile ihrer Technik. „Den Satellit könnten wir auch bei einem großflächigen Ausfall von Strom- und Kommunikationsnetzen noch mit unseren Anlagen und Akkus nutzen. Das gilt auch für die anderen Funktechniken“, meint Jestadt. „In Katastrophenfällen werden die Funkamateure die ersten sein, die die Kommunikation wieder aufbauen“, sagt Klaus Kappert, Funkamateur aus Rostrup. Und dass ein Ausfall der Netze auch in Deutschland irgendwann passieren wird, da sind sich die Funker ziemlich sicher.

Von so viel Technik und Information war mancher Besucher am Wochenende ziemlich überrascht. „Ich dachte, das gibt es gar nicht mehr“, sagte ein Mann. Gibt es doch – und zwar gar nicht selten. 80 000 lizenzierte Amateurfunker gibt es alleine in Deutschland, sagt Jestadt.

Christian Quapp Redakteur / Redaktion Bad Zwischenahn
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