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NWZonline.de Region Ammerland Kultur

Mühlentag lockt Jung und Alt

11.06.2019

Bad Zwischenahn /Edewecht Marion und Dieter August sind begeistert. Aufmerksam lauschen sie den Ausführungen von Frieder Deeken, der im oberen Teil seiner Mühle in Westerscheps steht und nicht nur die Gerätschaften erklärt, sondern auch in die Geschichte dieses Gebäudes eintaucht.

„Dass die Mühlen hier in Westerscheps überhaupt noch stehen, ist schon ein kleines Wunder“, erklärt Deeken. Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges entlief entlang des Küstenkanals die Kriegsfront. Dabei wurden auch Brandbomben eingesetzt, die an Fallschirmen zum Boden fielen. „Einer dieser Fallschirme hatte sich im Außengebälk der Mühle verfangen, so dass sie nicht auf den Boden fiel und der Fallschirm selbst wie eine weiße Flagge erschien. Das hat diese Mühle vor der Zerstörung bewahrt.“

Aber auch, dass die 1799 errichtete Mühle noch Mauerfragmente aus der Gründungszeit erhält, erfahren die vielen Besucher an diesem Pfingstmontag. Die „Kruse-Mühle“ hat wie die anderen Mühlen im Ammerland zum „Mühlentag“ geöffnet und lockt die Neugierigen zusätzlich mit einem kleinen Rahmenprogramm. Viele Radfahrer sind an diesem Tag unterwegs, um ihre ganz private „Mühlentour“ zu begehen. Aber auch Autofahrer machen an den verschiedenen Stationen Halt.

Zu ihnen gehört an diesem Montag auch das Ehepaar August. „Wir kommen aus Leer und wollen uns jetzt einmal die Mühlen hier in Edewecht anschauen“, erzählt Marion August. Bereits seit Jahren nutzen die beiden den Pfingstmontag, um auf Mühlentour zu gehen. „Wir sind immer wieder vom Alter und auch von der Technik interessiert.“ Aber auch der Einblick in den damaligen Arbeitsalltag gehört für beide dazu. „Die Erklärungen, wie hier damals gearbeitet wurde und welche körperlichen Anstrengungen damit verbunden waren, erstaunen mich immer wieder. Ich habe großen Respekt vor denen, die hier so gearbeitet haben“, ergänzt Dieter August.

Beide haben an der Kruse-Windmühle in Westerscheps ihren ersten Halt an diesem Tag eingelegt. Auch die beiden weiteren Windmühlen in Edewecht werden sie noch besuchen. Die Eindrücke, die sie an diesem Vormittag gewonnen haben, sind bereits sehr positiv. „Wir sind von dieser Mühle begeistert. Unsere Tagesfahrt hat sich schon jetzt gelohnt“, heben beide hervor.

Schon früh am Vormittag bildet sich derweil schon eine lange Menschenschlange vor der Rügenwalder Mühle in Kayhausen. Hier kann man sich die Mühle in Aktion ansehen und das hölzerne Räderwerk von innen betrachten. Außerdem wird erklärt, was ein Müller früher gemacht hat und wie die Mühlen funktionieren.

„Eine Windmühle braucht immer den Wind von vorne, damit die Kappe oben auf dem hölzernen Achkamp liegen bleibt und die Mühle so funktionsfähig ist“, berichtet André Tappert den Besuchern. Der 34-Jährige ist Windmüller und hält die Mühle mit zwölf anderen Freiwilligen in Stand. Dafür haben sie einen einjährigen VHS-Kurs gemacht und treffen sich jetzt immer einmal im Monat zur Pflege der Windmühle. Denn auch heute sei die Salzmühle immer noch voll funktionsfähig, mit ihr werde also immer noch gemahlen, erklärte Tappert den Gästen.

Da es viele Familien an diesem Pfingstmontag nach Bad Zwischenahn zieht, werden viele unterschiedliche Aktivitäten, auch für die Kleinen, angeboten. Rund um die Mühle herum steht für die Kinder eine große Spielwiese zum Toben und Vergnügen bereit. Für sie ist eine Hüpfburg aufgebaut, sie können Basketball und Fußball spielen, an einer Bastelstation eigene Holzfiguren herstellen und sich beim „Spielefant“ austoben.

Silke Hennies, die an diesem Pfingstwochenende ihre Kinder in Bad Zwischenahn besucht, zeigt sich begeistert von diesem Angebot: „In diesem Jahr gibt es viel mehr Programm für die Kinder – das finde ich toll.“ Auch Familie Oetken ist positiv überrascht. Jedes Jahr kämen sie zum Mühlenfest, denn es sei etwas Besonderes, wenn auch die Kinder mal etwas geboten bekommen und viel spielen können – ganz kostenlos.

Auch bei den Erwachsenen wird für Unterhaltung gesorgt: der Entertainer und Akrobat Jens Ohle aus Hamburg beeindruckt mit seinen feurigen Kunststücken die Gäste, und auch Live-Musik wird gespielt. Gemütlich bummeln können die zahlreichen Besucher auf dem Kreativ- und Handwerkermarkt, wo Schmuck, Taschen, Dekoartikel, aber auch Pflanzen und Töpfe angeboten werden. Zum Schlemmen gibt’s neben zahlreichen Imbissbuden, Eisständen, Crêpe-Verkäufern auch traditionell gebackenes Brot aus dem Steinofen von der Kayhauser Bäckerei Bohne.

Die Besucher sind sichtlich begeistert von dem Angebot. Beate und Helmut Dolling, zwei Duisburger, die gerade Urlaub in Bad Zwischenahn machen, sind beeindruckt vom Engagement der Bad Zwischenahner. „Die Musik ist klasse, viele Leute sind gekommen und die Band ist auch super“, so Beate. Und: „Man merkt, dass hier viel Liebe und Herzblut hereingesteckt wurden.“

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