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Aktualisiert vor 23 Minuten.

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NWZonline.de Region Ammerland Kultur

Ammerländerin auch nach 100 Jahren ein starkes Vorbild

17.11.2018

Bad Zwischenahn Die Siegerin hat die Hommage an eine starke Ammerländerin mit einer weiteren Hommage an eine starke Oldenburgerin verbunden: Preisträgerin des Annegret Zawischa Kunstpreises der Frauenunion Ammerland ist Katja Wigbers. Die Textilkünstlerin aus Oldenburg widmete ihren Beitrag zum Thema „100 Jahre Frauenwahlrecht“ der vermutlich bekanntesten Frauenrechtlerin des Oldenburger Landes – Helene Lange. Die Frauen Union hatte ihren Preis nach einer der ersten politisch aktiven Frauen im Ammerland und Gründerin der Frauen Union, Annegret Zawischa benannt.

Das Sieger-Bild aus gebrauchten Stoffen, einer auf Stoff transferierten Fotografie, ergänzt durch zwei Wahlkreuze, Zitate und ein eingearbeitetes Samenkorn überzeugte die Jury. Deren Mitglieder, die Künstlerinnen Janett-Brown Schulze und Iwona Fankulewska, Journalistin Sabine Schicke und Barbara Woltmann für die Frauen Union, hatten selbst keine leichte Wahl. Unter 21 Einsendungen hatten sie zunächst vier Nominierte ausgewählt. Auf den dritten Platz setzten sie Katja Staats. Diese hatte eine an die Femen-Bewegung angelehnte Fotografie eingereicht: Eine barbusige Spielzeug-Figur kombiniert mit „süßen und kratzigen“ Himbeeren mit dem Titel Rasperry Pi.

Platz zwei vergab die Jury für die am Computer entstandene Foto-Collage „Marching on“ von Beate Lama. Sie verbindet die Vorkämpferinnen für das Frauenwahlrecht, die britischen Suffragetten mit einem energischen Schritt in eine Zukunft, in der es in Sachen Gleichberechtigung noch viel zu erreichen gibt.

Dass das so ist, daran erinnerte auch Moderatorin Sabine Schicke, die mit allen vier Künstlerinnen über Technik und Hintergründe ihrer Werke plauderte. Nominiert war auch noch Beate Schulten aus Bad Zwischenahn mit ihrem textilen Werk „Wahl“.

„Vor 1918 hatten Frauen nichts zu sagen“, so Schicke. „Frauen haben den Kampf für das Wahlrecht mit ihrem Leben bezahlt. Und dass Frauen wählen und künstlerisch arbeiten dürfen, ist bis heute nicht überall üblich.“

Eine Frau fehlte an diesem Abend: Die frühere Bundestagspräsidentin und Schirmherrin des Wettbewerbs, Rita Süssmuth, lies sich entschuldigen. Corinna Martens, Vorsitzende der Frauen Union Ammerland übernahm es, das Grußwort zu verlesen. Der neu gestiftete Kunstpreis, so lies die CDU-Politikerin ausrichten, gebe einen wichtigen Impuls, neue Wege zu gehen und die Leistungen von Frauen in allen Lebensbereichen anzuerkennen.

Annegret Zawischa habe sich gegen viele Widerstände durchsetzen müssen, so Corinna Martens. Und Widerstände, so Barbara Woltmann, erlebten Frauen auch in der Politik bis heute. „Wenn es um Ämter und Mandate geht, sind die Männer immer noch vorne“, sagte die frühere Bundestagsabgeordnete.

Für die Künstlerinnen ist die Auszeichnung auch mit finanzieller Anerkennung verbunden, die Preise sind mit 1500, 1000 und 500 Euro dotiert. Und die Frauenunion will es nicht bei einem Impuls belassen, sondern auch in Zukunft einen Kunstpreis ausrichten, den nächsten vermutlich zum 50-jährigen Bestehen der Frauen Union Ammerland in zwei Jahren.

Christian Quapp Redakteur / Redaktion Bad Zwischenahn
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