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NWZonline.de Region Ammerland Kultur

Von Arbeit und Müßiggang, von Streit und Tanz

25.05.2019

Bad Zwischenahn Das war ganz großes Theater, was von den 14 Akteuren der Theater AG des Gymnasiums Bad Zwischenahn/Edewecht (GZE) geboten wurde. „Hasta Transformista, Baby – Ein Stück über Arbeit“, hieß es in der Ankündigung. Wichtig ist zu sagen: „in Anlehnung“ an den Dramatiker René Pollesch.

In der Bühnenmitte befand sich ein großer Tisch, auf dem im Wechsel gestritten, geschlafen, getanzt und rezitiert wurde. Ein riesiger weißer Schwan prangte im Hintergrund und auf einer Leinwand wurden verschiedene Video u.a. Ausschnitte aus „Der Terminator“ und „Metropolis“ gezeigt. Großartige Schlagworte wurden postuliert: „Reih‘ dich ein in die Arbeiterfront, wenn Du ein Arbeiter bist“. Und weil es ein Stück über Arbeit war, durfte natürlich das Einheitsfrontlied „Und weil der Mensch ein Mensch ist…“ von Bertold Brecht (Text) und Hanns Eisler (Musik) nicht fehlen.

Rund 130 Menschen aus dem Saal wurden aufgefordert mit zu tanzen. Damit war der Bann gebrochen. Nicht alle stürmten auf die Bühne, aber einige. Und wer nicht stürmte, gab frenetischen Applaus.

Anfangs gab es die Frage, ob es einen Unterschied zwischen dem Stadtpublikum und den Menschen im Ammerland gebe. Mit dem Unterton: „Verstehen die Ammerländer unser Theaterstück?“ Die Reaktion des Publikums zeigte, dass diese Frage nicht gestellt werden musste. Es war vielleicht einer dieser Polleschen Überfälle. Ein netter Zwischendurch-Überfall war auch, als am Kochtopf gefragt wurde: „Wollen wir gemeinsam kochen?“ Und aus dem Publikum kam eine zarte aber deutliche Kinderstimme „Ja“.

Es war von Quality-Time die Rede und ob Arbeit Spaß machen würde bzw. müsste. Müßiggang sei Diebstahl, wurde postuliert. Man sprach über Interpassivität (delegiertes Genießen) und Konfession ohne Commitment (Engagement). Und letztlich: Lebenszeit sei Kapital, das genutzt werden müsste. Kapitalismus ließ grüßen.

So ging es weiter und weiter. Ästhetisch konservative Gemüter haben sicherlich an René Pollesch ihre Kritik. Den Konservativen gefällt Polleschs Wortspieltheater nicht, aber den Linken gefällt es auch nicht. Wer einen heiteren, nachdenklichen, traurigen und schönen Abend erleben möchte, der geht am besten diesen Samstag, 25. Mai, oder am Montag, 27. Mai, (jeweils um 19 Uhr, der Eintritt kostet 2,50 Euro) ins Forum des GZE in Bad Zwischenahn. Es lohnt sich.


  www.gze-ni.de/index.php/1947-theater-ag-2019 
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