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NWZonline.de Region Ammerland Kultur

Bei Integrationsarbeit auf den Geschmack gekommen

04.04.2017
NWZonline.de NWZonline 2017-04-04T09:10:37Z 280 158

Kochen:
Bei Integrationsarbeit auf den Geschmack gekommen

Rastede Rezepte aus der Heimat von Geflüchteten und Wegbegleitern vereint das gut 90 Seiten starke Koch- und Erzählbuch „Miteinander kochen“. Autorin ist Nici Friederichsen aus Burgwedel, verlegt wird es vom Rasteder Verlag „Die Werkstatt“.

„Autorin, Verlag und alle anderen Mitwirkenden verzichten auf ein Honorar, so kann pro verkauftem Buch ein Euro gespendet werden“, berichtete Geschäftsführer und Mitinhaber Bernd Weidmann am Montagmittag bei einem Besuch des CDU-Bundestagsabgeordneten Stephan Albani. Der Christdemokrat informierte sich über das Kochbuch, da für Freitag in Berlin eine große Spendenübergabe geplant ist. Begleitet wurde er von Susanne Lamers, CDU-Fraktionsvorsitzende in Rastede.

10 000 Euro werden aus dem Verkaufserlös gespendet. In Berlin sollen am Freitag 5000 Euro an den Bundesverband der Tafeln übergeben werden. Auf der Fachmesse „Leben und Tod“, die Mitte Mai in Bremen stattfindet, sollen dann weitere 5000 Euro an den Bundesverband der Trauerbegleitung gespendet werden.

Die Idee zu dem Kochbuch, das in einer Auflage von 10 000 Exemplaren erschienen ist und zum Preis von vier Euro verkauft wird, kam Nici Friederichsen, als sie ehrenamtlich einen Sprachkurs für Flüchtlinge begleitete. Da erfuhr sie, dass die Teilnehmer abends häufig gemeinsam kochen und darin auch Trost finden.

„Ich habe mir dann in ganz Deutschlands Kochteams gesucht“, berichtete die Autorin. Im Sommer 2016 besuchte sie viele Geflüchtete und ihre Unterstützer und kochte sich quer durchs Land. Mehr als 50 Beteiligte wirkten schließlich mit, erzählen in dem Buch ihre Rezepte und Geschichten.

Von Spargelquiche über exotische Möhrensuppe mit Kokospesto bis hin zu Linsenköfte mit Zaziki reicht die Auswahl der Gerichte, die in dem Buch beschrieben werden. Ein Rezept für Taboulé steuerte Layla Mohamed bei. Seit 16 Jahren lebt die Syrerin in Deutschland. In Großburgwedel eröffnete sie im Oktober vergangenen Jahres einen Feinkost- und Lebensmittelladen. Außerdem arbeitet die Mutter von fünf Kindern noch bei der Diakonie, ihr Mann hat eine Stelle als Koch.

Für Nici Friederichsen ist sie damit ein Paradebeispiel für gelungene Integration. In einem Blog erzählt die Autorin nicht nur Layla Mohameds Geschichte. Dort kann man auch nachlesen, was seit dem Herbst aus den anderen Teilnehmern des Kochprojektes wurde.


     www.miteinanderkochen.wordpress.com 

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