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NWZonline.de Region Ammerland Kultur

Beim Filmen richtig aufs Gas drücken

24.04.2015

Butjadingen /Rastede Mit einer Eigenkonstruktion will Philip Heyelmann das perfekte Bild einfangen: In einem mit circa 50 bis 60 Stundenkilometer über die Grasbahn fahrenden Buggy steht der Kameramann fest angeschnallt. Die sein Gefährt überholenden Vorkriegsrennwagen filmt der 38-Jährige aus Butjadingen mit einer an einem Drei-Achsen-Gimbal montierten Kamera. Für das perfekte Bild kann der Kameramann die Geschwindigkeit des von seiner Frau Tanja (35) gesteuerten Geländewagens über einen Gashebel an seiner Kamera selbst anpassen.

Erstmalig zum Einsatz kommt die Eigenkonstruktion bei den an diesem Freitag beginnenden Vintage Race Days im Rasteder Schlosspark. Dort gehen 60 Teams mit Vorkriegsrennwagen auf der 1000 Meter langen Grasbahn an den Start. Die auf einem Resthof in Waddens ansässige Heyelmann Filmproduktion (Hey-Pro) ist offizieller Partner des Veranstalters dieses historischen Rennsport-Ereignisses.

Für Philip Heyelmann ist es bereits die zweite Teilnahme an den Vintage Race Days. Den Kontakt zum Veranstalter vermittelte vor der zweiten Auflage des Rennens ein gemeinsamer Bekannter. Die Filmaufnahmen von 2014 und der zur Veranstaltung an diesem Wochenende erstellte Trailer sind auf viel positive Resonanz gestoßen, freut sich Heyelmann. Gleiches gilt für den Filmauftrag, den er vom Veranstalter für die Vintage Race Days 2015 erhalten hat.

An allen drei Veranstaltungstagen wird Hey-Pro mit neun Mitarbeitern vor Ort sein. Mit sechs Kameras sollen die schönsten Momente des Rennens und der Landpartie eingefangen und, wenn möglich, auch täglich ins Internet gestellt werden. Zudem können interessierte Besucher dem Hey-Pro-Team an einem eigenen Stand beim Schneiden der Filme über die Schulter schauen und den Mitarbeitern Fragen stellen.

„Normalerweise machen wir Bewegtbildaufnahmen bei höheren Geschwindigkeiten mit einem Oktokopter oder Quadrokopter. Es ist gesetzlich vorgeschrieben, dass man diese Aufnahmegeräte immer im Blick haben muss und man nicht über Personengruppen hinwegfliegen darf“, begründete Philip Heyelmann seine Motivation, über eine andere Lösung nachzudenken.

Dabei kam er auf die Idee, seinen Geländebuggy für diesen Zweck umzubauen. „Das hat zwei Vorteile. Einerseits können wir mit einer Kameradrohne mitfahren, um diese nicht aus den Augen zu verlieren. Andererseits können wir direkt aus dem Fahrzeug filmen, zumal der Buggy keine Scheiben hat“, erläuterte Philip Heyelmann die Vorzüge des Gefährts.

Beim Umbau des Buggys wurde der komplette Rahmen an einen neuen Überrollbügel angepasst. Der ist breiter, damit der Kameramann mehr Platz beim Filmen hat. Das Fahrzeug ist komplett offen, so dass die Kamera in einem Radius von 360 Grad gedreht werden kann.

Die Kamera ist an einem Drei-Achsen-Gimbal montiert und wird elektronisch austariert. Dadurch ist sie fast schwerelos. und es wird ein ruckelfreies Filmen ermöglicht. Der Gashebel an der Kamera, mit dem der Kameramann die Geschwindigkeit des Fahrzeuges regulieren kann, hat eine Sicherungseinrichtung. Betätigt werden kann er nur, wenn auch ein Fahrer im Buggy sitzt. Zudem ist die Zusatzeinrichtung nicht für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen.

Mit dem Filmen aus dem offenen, fahrenden Geländewagen betreten Philip und Tanja Heyelmann Neuland. Mit etwas Spannung fiebern sie der Premiere in Rastede entgegen.

Rolf Bultmann Nordenham / Redaktion Nordenham
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