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NWZonline.de Region Ammerland Kultur

„Die Luft brennt“

08.05.2017

Köln /Borbeck Es ist kurz vor Mitternacht am Samstagabend. Die Musik dröhnt aus den Lautsprechern, tosender Applaus, es regnet Glitzerschnipsel von der Studiodecke, Feuerbälle und Funken sprühen. Er zittert, er schwitzt, es kullern die ersten Tränen, aber er hat es geschafft: Alphonso Williams (54) aus Borbeck (Wiefelstede, Kreis Ammerland) ist der Sieger der RTL-Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ 2017.

Er hatte es sich so sehr gewünscht und doch nie erwartet. Sichtlich gerührt und vollkommen perplex steht er da, im Rampenlicht und kann es noch gar nicht richtig fassen. „DSDS – No Limits“, keine Limits. Das hat dem sympathischen Ammerländer die Türen geöffnet.

„Als ich wieder in den Liveshows war, dachte ich, naja… die Sache nimmt so ihren Lauf“, spricht Alphonso mit glänzenden Augen ins Mikrofon. Tja – und was für einen Lauf die Sache nahm.

Er schaffte das erste Casting auch ohne ein Ja von Poptitan Dieter Bohlen – den hatte er nicht geknackt, später allerdings war der Juror mehr als begeistert von dem Soulsänger. „Du warst so vorwitzig! Da dachte ich, dem geb’ ich erst mal eine Schelle, dem Fuchs“, ruft Bohlen von seinem Jurypult auf die Bühne, nachdem Alphonso mit „Stop! In the name of love“ seinen ersten Hit des Abends auf der Bühne präsentiert hat. Das sei Liebe auf den zweiten Blick gewesen, meint der Chefjuror. Alphonso nimmt’s mit Humor.

Mit diesem Witz, dem Charme und der offenen Art, die Alphonso auf die Bühne bringt und an den Tag legt: Damit begeistert er die Massen. „Du schaffst es, die Menschen zu bewegen, du lebst für das, was du tust“, betont Jury-Mitglied H.P. Baxxter.

Mit „Stop! In the name of love“ legt der Ammerländer mit ordentlich Bling Bling eine flotte Sohle aufs Parkett. Das Publikum im Kölner MMC Studio ist begeistert. Alphonso gibt den Entertainer, wippt mit, ist noch voller Energie. Nach seinem Staffelhighlight „Disco Inferno“ gibt es Standing Ovations, nicht nur das Publikum hält es nicht mehr auf seinen Stühlen, auch die Jury springt von ihren Sitzen – Alphonso kann eben auch Showmaster.

„Du hast das, was einen DSDS-Superstar ausmacht“, resümiert Jury-Mitglied Michelle. „Die Luft brennt“, kommentiert Alphonsos Sohn Raphael. Sein Siegersong „What becomes of the broken hearted“, lässt alle Zuschauer mitschunkeln. In der Soul-Nummer geht der Ammerländer auf, die Melodie ist einprägsam, irgendwie auch beruhigend. Es ist der krönende Abschluss für seinen aufsehenerregenden Werdegang in der diesjährigen Staffel.

Neben einem riesen Fanblock, seiner Frau Manuela und Sohn Raphael sitzt auch ein ganz besonderer Gast im Publikum: Alphonsos Schwester Michico Miller. Sie wurde extra aus Detroit eingeflogen, um ihren Bruder zu überraschen. „This is one moment in time“, sagt sie gerührt, es sei ein ganz einzigartiger Moment. Sie sei wahnsinnig stolz auf ihren Bruder. Seine Reise habe gerade erst begonnen, ganz nach dem Motto „The sky is the limit“.

Und die Reise wird Alphonso erstmal nicht nach Borbeck führen, da ist sich auch sein Sohn Raphael sicher: „Mal sehen, ob wir ihn noch zu Hause zu sehen bekommen“, scherzt er. Gleich am Dienstag geht es los im Studio, das Album wird aufgenommen. Ob er denn ein Duett mit Noah singen möchte, wird Alphonso auf seinen Schützling angesprochen. „Ich will ein Duett mit Noah!“, ruft der seinem Manager zu, der im Hintergrund sitzt. Der nickt bedächtig. Darüber könne man mal nachdenken.

Als der 54-Jährige auf der Pressekonferenz erscheint, sind seine Beine schwach, aber „der Kopf voller Freude“, betont der frischgebackene Superstar mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Als Moderator Oliver Geißen seinen Namen nannte, habe er nur schreien können. „Ich habe Blitze gesehen“, beschreibt der 54-Jährige den Siegesmoment – noch etwas außer Atem. So richtig wird er seinen Sieg wohl erst in den nächsten Tagen begreifen. „Als Oliver mit A… anfing, dachte ich erst, es sei Alexander geworden“, sagt Alphonso. Doch dieser sollte nur auf Platz zwei landen. Mr. Bling Bling hingegen schaffte es laut Statistiken bereits seit seinem Eintritt in die Liveshows unangefochten auf Platz eins. Sein Sohn Raphael ist sprachlos, einfach Wahnsinn sei das. Sein Vater hat an diesem Final-Abend noch mal alles raus geholt.

Und trotz Glitzerregen und Feuerschweif, Alphonso ist auf dem Boden geblieben: „Ich will jetzt hart arbeiten, ich möchte zeigen, dass ich diesen Titel wirklich verdient habe“, sagt er und schluckt, sichtlich überwältigt von all den Reizen und Emotionen. So, wie er es schon immer gemacht habe: Ärmel hochkrempeln und los! Er habe einfach Glück gehabt, meint er ganz bescheiden. Seinen Traum hat er erreicht, ein Leben voller Musik wartet nun auf ihn. Plattenvertrag, eine halbe Millionen Euro obendrauf, das ist sein Gewinn. Aber noch viel wichtiger ist dem 54-Jährigen – das merkt man ihm an – die Menschen zu erreichen.

Das Geld will er dafür verwenden, ein Versprechen gegenüber seiner Mutter einzulösen. Auf dem Sterbebett habe seine Mutter ihm und seinen Geschwistern das Versprechen abgenommen, nie länger als zweieinhalb Jahre bis zum nächsten Wiedersehen verstreichen zu lassen.

„Ich habe mich damals gefragt: Wie soll ich das nur erfüllen?“, erzählt Alphonso. Weil die Flüge in die USA so teuer seien, habe er seine Mutter zuvor in 25 Jahren nur viermal gesehen. „Deshalb ist es so ein Segen, dass ich nun das Versprechen erfüllen kann, das ich meiner Mama gegeben habe“, sagte er.

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