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NWZonline.de Region Ammerland Kultur

Auf den Spuren der Altvorderen

17.07.2019

Dringenburg Zwei Meter breite Gräben durchziehen den Acker bei Dringenburg. Melanie Müller-Passerschröer und Dr. Georg Precht stehen darin und geben Daten in das GPS-Gerät ein. Die beiden sind Archäologen. Und wo die beiden an diesem ungemütlichen Morgen gerade sind, soll irgendwann einmal der Autobahn-Verkehr der geplanten A 20 rollen.

Bevor die Natur dort aber planiert und zubetoniert wird, schauen die Wissenschaftler nach, ob sich Spuren von Altvorderen finden lassen. Nur: „Hier haben wir leider noch nichts entdeckt“, berichtet die Archäologin. Der Job ist eben ein mühsames Geschäft. „Nichts zu finden, ist eher die Regel als die Ausnahme“, ergänzt Wolfgang Steeger. Er ist für die Koordinierung der Arbeiten zuständig und selbst Mittelalterarchäologe.

Diese sogenannte Prospektion erstreckt sich von Dringenburg bis Jaderberg und wird voraussichtlich bis November dauern. Ein Bagger zieht die Gräben in einem bestimmten Abstand. Denn: „Wenn hier was gewesen ist, dann würden wir auch drauf stoßen oder es zumindest ankratzen“, weiß Steeger aus Erfahrung.

Und bei Dringenburg haben Müller-Passerschröer und Kollege Precht eine Befundung gemacht, wie es in der Fachsprache heißt. In einem Suchgraben kamen vier dicht nebeneinander stehende Eichenpfosten zutage. „Ein erhaltener Pfostenrest hatte einen Durchmesser von rund 30 Zentimetern“, berichtet Steeger. Das Holzstück werde derzeit beprobt und dendrochronologisch untersucht. „So lässt sich das Fälldatum des Baumes bestimmen, aus dem der Pfosten hergestellt wurde“, weiß der Fachmann.

Vor der Pfostenreihe lagen mehrere Gräben, die ebenfalls mit Pfostenreihen versehen waren, wobei diese Hölzer verrottet waren. In einem der Gräben fanden sich noch Holzstaken, die wohl nach oben angespitzt waren. „Worum es sich bei dieser Anlage handelt, wird erst ihre vollständige Ausgrabung erbringen“, berichtet Steeger. Denn: Immer, wenn sie was finden, wird es auch ausgegraben. Über die Fundstelle war jahrhundertelang Moor gewachsen. Noch 20 Zentimeter waren erhalten, die etwa 200 Jahre für ihr Wachstum benötigt hatten, doch war der Bereich in früheren Jahren abgetorft worden, so dass das Moor hier ursprünglich noch deutlich tiefer war und die Fundstelle entsprechend älter, erklärt Wolfgang Steeger.

Wenn etwas gefunden wurde, wird die Fundstelle mit dem GPS-Gerät eingemessen. Ebenso der Verlauf der Gräben. Später wird es kartiert. „Fotos werden natürlich auch gemacht“, sagt Müller-Passerschröer und macht einen guten Vorschlag im Regen. „Wir gehen jetzt frühstücken.“

Jens Schopp Redakteur / Regionalredaktion
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