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NWZonline.de Region Ammerland Kultur

Edewecht Blickt Zurück Auf 2019: Titel, Tränen, Transparente

03.01.2020

Edewecht Es war ein abwechslungsreiches Jahr, dieses 2019. Vieles ist gelaufen wie immer, das ist gut so. Andere Begebenheiten indessen werden ganz besonders in Erinnerung bleiben. In unserem zweiteiligen Jahresrückblick wollen wir das Jahr 2019 noch einmal Revue passieren lassen.

Protest des Jahres

Am 20. September geht die „Fridays for Future“-Bewegung (FFF) bundesweit auf die Straße. Es ist der vorläufige Höhepunkt des Klimastreiks junger Menschen. Sie wollen gegen die Zerstörung des Planeten mobil machen. Auch in Edewecht machen sich mehr als 500 Schülerinnen und Schüler mit Transparenten vom Gymnasium Zwischenahn-Edewecht aus auf den Weg zum Rathaus, um Bürgermeisterin Petra Lausch einen Katalog mit ihren Forderungen zum Klimaschutz zu übergeben.

In der Öffentlichkeit wird über die Bewegung kontrovers und bisweilen unsachlich diskutiert. Gänzlich geschmacklos wird es in den Sozialen Medien, wenn es um die schwedische FFF-Gründerin Greta Thunberg geht. Die Art und Weise, wie erwachsene Nutzer bei Facebook & Co über ein 16-jähriges Mädchen herziehen, ist widerwärtig. Und dennoch: Das Thema Klimaschutz war in aller Munde – es ist ihr Verdienst. Sie hat den Stein ins Rollen gebracht, die Menschen sensibilisiert und ein Bewusstsein für die Klimaprobleme geschaffen. Und mehr noch: Die Jugend, auch in Edewecht, geht wieder auf die Straße und merkt, dass sie so Gehör für ihre Anliegen finden kann. Allein das ist schon ein großer Erfolg.

Aufreger des Jahres

Der Bebauungsplan 195 dominiert das politische Geschehen in der Gemeinde im Jahr 2019. Grob umrissen geht es um Folgendes: An der Ortsgrenze von Friedrichsfehn und Kleefeld soll ein Gewerbegebiet entstehen, auf dem einerseits das Fuhrunternehmen Hilgen, das auch leicht kontaminierte Böden reinigt, expandieren möchte.

Weil Anwohner beim Stöbern in den Planungsunterlagen im Rathaus auf den Begriff „Steinbrechanlage“ stoßen, schrillen alsbald die Alarmglocken. Hat das Unternehmen Hilgen vor, eine solche Anlage zu errichten? Soll künftig auf dem Gelände auch Bauschutt gebrochen werden? Eine Bürgerinitiative gründet sich.

Sie wird fortan dafür sorgen, dass die Sitzungen des Bauausschusses ziemlich gut besucht sind. Zum Sachverhalt an sich gibt es gegensätzliche Standpunkte. Die Gemeinde sagt: „Der gewählte Begriff steht nur stellvertretend für einen lauteren Anlagentypus. Eine Brechanlage könnte in einem Gewerbegebiet gar nicht genehmigt werden.“ Die Bürgerinitiative sagt: „Wenn das einmal da drinsteht und so durchgewunken wird, ist es doch deutlich einfacher, später mal eine solche Anlage genehmigt zu bekommen.“ Auch eine Rüttelanlage ist plötzlich im Gespräch, aber nur kurz.

Es wird emotional diskutiert, über typische und atypische Brechanlagen, über Lärmkontingente und theoretische Schallberechnungen. Die Planungen werden im Wechsel überarbeitet und wieder ausgelegt, die Ergebnisse wieder diskutiert – auch Kompromisse findet man, doch die Unsicherheit bei der Bürgerinitiative bleibt. Weil niemand weiß, ob alle Beteiligten mit offenen Karten spielen. Und weil niemand weiß, wie laut es künftig im eigenen Garten wird.

Eröffnung des Jahres

Nach über einjähriger Bauzeit und mehr als 2300 ehrenamtlich verrichteten Arbeitsstunden ist es geschafft: Seit dem Sommer kann im neuen Stadion des VfL Edewecht am Göhlenweg endlich gekickt, gelaufen, gesprungen und geworfen werden. Mit einem Festakt, Büffet und einem Fußballspiel zwischen der Regionalliga-Mannschaft des SSV Jeddeloh II und einer Edewechter Auswahlmannschaft wurde die neue Sportstätte offiziell eingeweiht. Rund 250 Besucher kamen zu der Veranstaltung. Insgesamt rund 3,2 Millionen Euro waren in die neue Sportanlage am Göhlenweg geflossen, von denen die Gemeinde 2,3 Millionen übernommen hatte.

Musikerin des Jahres

Für die 19-jährige Anica Russo aus Edewecht ist ein großer Traum wahr geworden. Bei Universal Music, einem der ganz großen Labels der Branche, hat sie ihr erstes Mini-Album veröffentlicht. Mit Elf hatte sie begonnen, Videos mit ihren Songs im Internet zu veröffentlichen, wurde mit 13 Straßenmusikerin, spielte ihre Songs drei Jahre lang in Oldenburg, tingelte über Stadtfeste, verteilte aus dem Gitarrenkoffer ihre Visitenkarten.

Mit 16 stand sie vor 7000 Besuchern bei „Classic meets Pop“ auf der Bühne der EWE-Arena. Das Album markiert nun den nächsten Meilenstein in ihrer Karriere.

Coup des Jahres

Es ist ein Erfolg, der vollkommen unerwartet eintrat. Es ist die erste Jakkolo-Goldmedaille überhaupt für Deutschland. Carmen Harms aus Jeddeloh II hat es geschafft, die Dominanz der Niederländerinnen zu brechen. In einem Herzschlagfinale vor 500 Zuschauern, in dem sie führte, die Führung abgab und am Ende doch wieder zurückeroberte, griff sie in Wüsting am 1. Juni nach dem Titel. In zwei Jahren will Harms ihren Titel in den Niederlanden verteidigen.

Schock des Jahres

Jungangler hatten die Tragödie entdeckt: Hunderte tote Fische trieben im Mai in der Aue. Noch am selben Tag hatten Hans-Jürgen Dowedeit vom Fischereiverein Scheps und seine Mitstreiter 6000 junge Aale in das Gewässer entlassen. Was genau das Fischsterben verursacht hat, ist alles andere als klar.

Untersuchungen an Ort und Stelle führten schließlich zu dem Ergebnis, dass erste Verdächtige als Verursacher ausgeschlossen werden konnten: Zunächst waren ein Großunternehmen und das Edewechter Klärwerk in den Blickpunkt geraten, weil der Salzgehalt des Wassers extrem erhöht gewesen sei. Die schlechte Wasserqualität ist jedoch nur ein Problem. Die Wasserstände sind sehr niedrig, was neben der Trockenheit auch damit zu tun hat, dass vermehrt Privatpersonen oder Betriebe Wasser aus den Gewässern schöpfen.

Außerdem gibt es immer mehr Tiefbrunnen. Hinzu kommt, dass oft Auflagen nicht eingehalten werden. Normalerweise darf neben einem Gewässerufer ein fünf Meter breiter Streifen nicht bewirtschaftet werden, was häufig ignoriert wird.

Ingo Schmidt Redakteur / Redaktion Westerstede
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