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NWZonline.de Region Ammerland Kultur

Ein langes Leben voller Arbeit

03.01.2018

Edewecht /Hundsmühlen Wie lautet ihr Rezept für ein langes Leben? „Ich habe viel gearbeitet“, sagt Käthe Droste aus Osterscheps. Diesen Donnerstag, 4. Januar, feiert die Seniorin ihren 103. Geburtstag und dürfte damit eine der ältesten Menschen in der ganzen Region sein.

Seit März 2016 wohnt die rüstige Frau im Alten- und Pflegeheim Landhaus Heyer in Hundsmühlen nahe des Küstenkanals. Hier wird sie, zusammen mit ihrer Tochter Agnes Oltmer sowie ihren Enkeln und Urenkeln den Ehrentag feiern.

Eine Sehschwäche und der Hörverlust schränken zwar ihre Lebensfreude ein wenig ein, dennoch versucht die Jubilarin, aktiv am Leben teilzunehmen und möchte auch mit 103 Jahren noch über das tägliche Geschehen informiert werden. Dreimal in der Woche kommt Tochter Agnes zu Besuch.

Dass sich die Seniorin, die mitten im ersten Weltkrieg – im Jahr 1915 geboren wurde – gut eingelebt hat, bestätigt auch Heimleiter Thomas Heyer. Er weiß genau, wie Käthe Droste es am liebsten hat. „Aufstehen ist immer Punkt 7 Uhr, dann gibt es Frühstück und wir müssen aufpassen, dass die richtige Tasse an ihrem Platz steht“, erklärt er mit einem Augenzwinkern. Resolut sei ihre Mutter schon immer gewesen, berichtet Agnes Oltmer. Das habe sie aber auch lernen müssen, da es nicht immer einfach in ihrem Leben gewesen sei.

Käthe Droste wurde in Wilhelmshaven geboren, bald zogen ihre Eltern ins ostfriesische Remels, wo sie mit sechs Geschwistern aufwuchs. In Godensholt arbeitete sie als Jugendliche in einem Haushalt. Mit 23 Jahren – 1938 – heiratete sie Fritz Droste. Ein Jahr später wurde Tochter Agnes geboren. Das Ehepaar zog nach Westerscheps, wo es viele Jahrzehnte wohnte.

Schwierig sei es während des Zweiten Weltkrieges gewesen, als ihr Mann Fritz als Soldat eingezogen worden war und dann mehrere Jahre in Gefangenschaft lebte. „Und auf ein Mal kam der dann mit einem Taxi bei uns vorgefahren“, erinnert sich Käthe Droste – das war 1948. Die Familie zog nach Wittenberge. Viel gearbeitet hat Käthe Droste dann auf den umliegenden Höfen. Hier half sie beim Pflanzen von Gemüse und bei der folgenden Ernte.

„Daher hat sie wohl auch ihren grünen Daumen“, sagt Tochter Agnes. „Ich habe bis 91 meinen Garten selbst gemacht“, so Käthe Droste. Mit 96 Jahren sei sie dann zu ihrer Tochter nach Osterscheps gezogen. Früher hatte sie ihrer Tochter in deren Fleischerei geholfen, ihr Mann Fritz starb bereits im Jahr 1986.

Zu ihren Hobbys habe neben der Arbeit auch immer das Lesen gezählt. „Das geht aber nicht mehr, weil meine Augen so schlecht sind“, bedauert die alte Frau. Außerdem sei sie gerne in den Urlaub gefahren und dort viel gewandert.

„Ich hätte nicht gedacht, dass ich so alt werde“, sagt Droste. Das Altwerden scheint aber in der Familie zu liegen, denn in Hamburg lebt noch eine ihrer Schwestern, die ist 102 Jahre alt.

„Alles Aktuelle für Senioren im Nordwesten lesen Sie in unserem Senioren-Spezial

Wolfgang Alexander Meyer
Volontär, 3. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003