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NWZonline.de Region Ammerland Kultur

Wie Nutzen Edewechter Schüler Facebook Und Co.?: Die schillernde Welt der Social-Apps

21.12.2019

Edewecht An der Edewechter Oberschule spielt das Thema Digitalisierung eine wichtige Rolle. Kea (16), Lasse (15), Alexander (10), Aaron (14) und Mia (12) gehen hier zur Schule – und sie sind so genannte Digital Natives, das heißt, sie sind mit dem Smartphone aufgewachsen und kennen keine Welt ohne. Welche Sozialen Netzwerke nutzen sie denn nun, die Jugendlichen? Und warum lehnen sie andere Plattformen ab? Und wie ist es bei ihnen eigentlich um das Bewusstsein für Datensicherheit bestellt?

Die wichtigste Plattform, die alle nutzen, ist mit Abstand Whatsapp. „Schon wegen der ganzen Gruppen, also Sportverein, Familie Schulklasse und so weiter“, erzählt Lasse. Vier Social-Media-Apps hat der 15-Jährige auf seinem Smartphone, darunter auch Instagram. „Da kann man sich über Personen informieren, zum Beispiel Promis, und sich selbst präsentieren“, erklärt er. Lasse folgt etwa dem kanadischen Rapper „Drake“.

Vieles ausprobiert

Und was ist mit Facebook? „Wenn ich nach älteren Personen suche, ich sag’ mal 20 plus, dann gucke ich bei Facebook“, sagt Kea. Aaron ist auch angemeldet, benötigt das Konto aber für etwas ganz Anderes: „Manchmal kann man sich bei PC-Spielen über seinen Facebook-Account anmelden, und das habe ich für ein paar Spiele gebraucht“, sagt er. So ist es auch bei Lasse. Er braucht Facebook für die Playstation. Aktiv sind sie auf der Plattform nicht.

Die Jüngsten, Mia und Alexander, sind nicht bei Facebook. „Ich war da noch nie angemeldet“, meint der Zehnjährige. „Ich habe zwar Instagram, ich brauche das nicht“, erklärt Mia (12). Instagram, das ist die zweitbedeutendste Plattform für die junge Generation. Sie ist Foto-basiert, gehört zum Facebook-Konzern und ist auch bei Älteren beliebt. „Ich habe meinen Onkel und meine Tante bei Instagram erst mal geblockt, aber nicht, weil ich sie nicht mag, sondern weil ich nicht will, dass sie meine Fotos sehen“, erklärt Lasse.

Übliche Verdächtige

Im Schnitt sind die fünf Jugendlichen auf vier bis acht Social-Media-Plattformen aktiv. „Wer ein neues Handy bekommt, weiß, wo er sich anmelden muss“, sagt Lasse. Alexander ergänzt: „Das wird in der Schule und im Freundeskreis auch in Whatsapp-Gruppen herumgeschickt.“ Die üblichen Verdächtigen, das sind Whatsapp, Instagram und das Video-Portal Youtube. Weitere beliebte Apps (kurz für Applikationen) sind Snapchat (Bilder und Texte löschen sich von allein nach einer gewissen Zeit) und TikTok (Plattform für selbst gedrehte (Tanz-)Videos). Jeder der fünf Jugendlichen hat schon etliche Plattformen ausprobiert und anschließend wieder gelöscht. „Das können schon so um die 50 sein“, sagt Aaron.

Bekannt durch Influencer

Und wie werden die jungen Leute auf die Apps aufmerksam? Häufig sind es Prominente, die etwa bei Youtube Werbung für Portale machen und dort als Influencer (Beeinflusser) agieren. „Die reden das in ihren Videos dann so toll und am Ende ist die App überhaupt nicht interessant“, schildert Aaron. Auch Kea hat mindestens zehn Apps wieder vom Telefon verbannt: „Manche davon sollten eigentlich kostenlos sein, kosteten dann aber doch Geld, und das finde ich blöd.“

Alexander hat sich mal aus einem ganz anderen Grund von einer App verabschiedet: „Da gab es wohl irgendeinen Tumult“, schildert er das plötzliche Eigenleben der App, „und ich hatte in einer halben Stunde 500 Nachrichten auf dem Telefon. Da erschreckst du dich erst mal“. Bei all den Applikationen stellt sich natürlich die Frage nach den Sicherheitseinstellungen, die die Nutzer vornehmen, um ihre Daten und sich selbst zu schützen. Tun die Jugendlichen das auch? Oder sind sie so leichtsinnig, wie es häufig behauptet wird?

„Bei mir ist alles privat“, sagt Aaron. „Und bei Facebook poste ich sowieso nichts, weil in den Nachrichten so oft was von Datenschutzproblemen zu hören war.“ Auch Mia hält ihre Instagram- und TikTok-Accounts strikt privat: „Von den Anfragen, die ich bekomme, nehme ich nur die an, die ich auch wirklich kenne.“

Was also ist den Jugendlichen bei der Nutzung von Apps wichtig? „Nachrichten und Bilder verschicken“, sagt Kea, „ich telefoniere sowieso nicht gerne“. „Lustige Videos“, meint Aaron. „Sich präsentieren“, sagt Lasse. „Telefonieren können“, nennt Alexander, „dann muss ich nicht immer die Telefonnummer raussuchen“. „Eine App muss halten, was sie verspricht“, erklärt Mia. So wie die mit den Lesestorys, die sie mal genutzt hat. „Da waren Geschichten drin, wie ein Buch, und da konnte man sich selbst einmischen, indem man gewählt hat, wie die Geschichte weitergehen soll.“

Vielfältige Möglichkeiten

Dass die Jugendlichen Social-Media-Plattformen verlassen, weil Verwandte dort sind, hat keiner der Jugendlichen bestätigt. Eher geht es darum, Neuigkeiten untereinander auszutauschen, und dazu ist Facebook nicht unbedingt gemacht. Außerdem ist wichtig, dass Inhalte, besonders Fotos, nicht zu lange gespeichert werden können – bei Snapchat etwa zerstören sie sich von selbst. Und wer sich präsentieren möchte, gibt sich Mühe, überlegt sich etwas und macht es bei Instagram. Die Jugend hat Facebook verlassen, so scheint es. Aber nicht, weil Oma und Opa da sind, sondern weil die Möglichkeiten deutlich vielfältiger geworden sind.

Ingo Schmidt Redakteur / Redaktion Westerstede
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