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Schauspiel: Ein Betriebswirt macht Theater

20.01.2017

Delfshausen An Delfshausen hängt sein Herz – auch wenn Klaus Decker vorübergehend in seiner Geburtsstadt Varel auf der Theaterbühne stehen wird. In dem Stück„De Fledderbeerpunsch“ (Die Feuerzangenbowle von Heinrich Spoerl, 1933) der Niederdeutschen Bühne übernimmt der 42-Jährige die Hauptrolle des Schülers Pfeiffer (Pfeiffer mit drei f).

Auf Einen Blick

Klaus Decker aus Delfshausen ist ab 17. März ist in dem Stück „De Fledderbeerpunsch“ (Die Feuerzangenbowle) als „Pfeiffer mit drei f“ zu sehen. Nach der Premiere sind neun weitere Vorstellungen geplant.

Die Aufführungen finden im Tivoli in Varel, Windallee 21, statt. Der Vorverkauf hat begonnen. Karten gibt es zum Preis von acht Euro bei Tabula Magica in Varel, Neue Straße 6. Weitere Infos gibt es unter

    www.niederdeutsche-buehne-varel.de

Doch eigentlich ist der Betriebswirt von der „Delfhauser Bühne“ als Co-Regisseur und plattdeutscher Schauspieler nicht mehr wegzudenken. „Mit Ingeburg Decker versuchen wir immer wieder, Stücke zu finden, die den Leuten aus Delfhausen und umzu gefallen“, sagt Decker. Er will damit deutlich machen, dass er die Zusammenarbeit mit der nicht verwandten und nicht verschwägerten Mitspielerin als sehr harmonisch und erfolgreich empfindet.

Theater im Kindergarten

Seine ersten Sporen hat er sich schon in der Kindertheatergruppe im Kindergarten und der Grundschule verdient. An seine erste Rolle kann er sich zwar nicht erinnern. Wohl aber an die ersten Erfahrungen in der Heimattanzgruppe.

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Deckers Karriere auf der Delfshauser Bühne begann mit 17 Jahren. Damals gab es noch genügend Nachwuchs auf den „Ammerländer Bühnen“. Das ist heute nicht mehr überall so.

Delfshausen scheint da zu den Ausnahmen zu gehören. „Wir können uns nicht beklagen“, sagt der zweifache Familienvater und verweist auf die erst kürzlich mit großem Erfolg beendeten Aufführungen von „De letzte Cola in de Wüste oder De Junggesellenavsched“, wo einige junge Leute auf der Bühne standen.

„Wir müssen damit leben, dass der eine oder andere mal vorübergehend aus beruflichen und familiären Gründen oder wegen Prüfungs- oder Studienbedingungen aussetzen muss, aber die sind dann oftmals in der nächsten Saison wieder da“, sagt Decker.

An die Niederdeutsche Bühne in Varel kam er 2012, weil für das Stück „Ik söök een Mann, de nich kann“ (Ich suche einen Mann, der nicht kann) Ersatz gefunden werden musste. So sei er auch ins „ernsthafte Fach“ gekommen.

„Ich habe Lust an Rollen, die in Delfshausen nicht gehen“, sagt der Komödiant. Sein Traum ist, mal in einem ernsthaften Stück vor großem Publikum zu spielen. „Aber ich brauche auch – so wie in Delfshausen – das schenkelklopfende Publikum“, wie er die Atmosphäre im „Dorfkrug Decker“ beschreibt.

Die plattdeutsche Sprache sei ihm sehr wichtig. Auch wenn er „zweisprachig“ in Hahnermoor aufgewachsen ist, bleibt Plattdeutsch für ihn eine Herzensangelegenheit. Jeden Freitag pflegt er in der Grundschule Jaderberg mit der Unterstützung anderer Eltern das Plattdeutsche.

„Diese Sprache darf nicht verloren gehen. Das Gefühl dafür muss unbedingt erhalten bleiben“, wünscht Decker sich. In dieser „lehrerfreien“ Stunde werden spielerisch plattdeutsche Vokabeln gelernt, aber auch Witze erzählt oder kleine Theatereinlagen mit den Kindern geprobt.

Zeitintensives Hobby

Außerdem bietet Decker sich gerne an, auf Hochzeiten, bei Weihnachtsfeiern oder volkstümlichen Nachmittagen plattdeutsche Döntjes vorzutragen. Seine Arbeit sei mit dem Hobby weitestgehend gut zu vereinbaren. Er freue sich aber, dass seine Familie seine zeitraubenden Aktivitäten so stark unterstützt und häufig Gast bei den Aufführungen ist.

Aus Delfshausen ist Decker denn auch nicht wegzukriegen. „Gefühlt werde ich mich bei der Speelkoppel Delfshausen noch etliche Jahre verdingen, da wird man mich wohl wegtragen müssen“, erklärt er seine enge Verbundenheit mit den Menschen dort.

Wie sich die Auftritte in Varel entwickeln werde, dafür mag der 42-jährige noch keine Voraussagen treffen. „Liebhaber des Films werden aber sicher alle tollen Augenblicke auf der Bühne wiederfinden und dürfen in Erinnerungen bei dieser heiteren Inszenierung schwelgen.“

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