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NWZonline.de Region Ammerland Kultur

Spielsucht: Einstieg ist meist die Daddelhalle

16.03.2011

BAD ZWISCHENAHN 32,68 verspielt jeder Ammerländer – vom Baby bis zum Greis – rein statistisch im Jahr. Da kommt ganz schön was zusammen: 3,8 Millionen Euro sind das in einem Jahr. Und das allein in Spielhallen und an Automaten in der Gastronomie. Lotto-Spiel und Spielbankbesuche sind nicht mit eingerechnet.

Besonders viel von dem Geld geht aufs (oder besser vom) Konto sogenannter pathologisch Spielsüchtiger. Und auch diese Zahl dürfte erschrecken: Basierend auf einer aktuellen bundesweiten Untersuchung (PAGE-Studie der Universitäten Lübeck und Greifswald von 2011) sind im Ammerland 1062 Menschen spielsüchtig – statistisch gesehen, genaue Zahlen gibt es nicht.

Hilfe bei der Diakonie

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Diesen Menschen Hilfe anzubieten, ist Aufgabe der Fachstelle Sucht in der Diakonie. Und die verzeichnet in den vergangenen Jahren einen deutlichen Anstieg ratsuchender Spieler. Waren es zwischen 2003 und 2006 jährlich zwischen fünf und zehn Spieler, die Hilfe suchten, stieg deren Zahl über 16 und 26 auf zuletzt 35 im vergangenen Jahr an.

War bisher Sabine Mix-Puschmann Ansprechpartnerin für Kranke (Spielsucht ist seit 2001 als Erkrankung anerkannt) und deren Angehörige, hat diese Aufgabe jetzt Hauke Holm übernommen. Er sieht vor allem zwei Aufgaben: Beratung Betroffener und Angehöriger sowie Prävention, vor allem in Schulen. Gerade dies sei angesichts immer jünger werdender Spieler und Glücksspielangeboten im Internet wichtig.

„Das größte Problem sind die Spielotheken“, so Holm. „Einstieg ist immer noch die klassische Daddelhalle.“ Zwar sei Spielsucht noch vor allem ein Problem der Männer, die 90 Prozent der Ratsuchenden stellen. Automatenhersteller hätten mit besonderen Spielen zunehmen aber auch die Frauen im Blick. Während sich Spieler in Spielbanken sperren lassen könnten, können sie in der Anonymität der Spielhallen weiter spielen – und viel Geld verlieren.

Oft mit fatalen Folgen: Die Überschuldung und Suche nach neuen Geld ziehe oft Kriminalität nach sich. Zudem scheiterten viele Ehen, so Sabine Mix-Puschmann, die bisher als Präventionsfachkraft im Bereich Glücksspiel tätig war und künftig Ansprechpartnerin für Menschen mit Alkoholproblemen sein wird. Der Umgang mit Spielsüchtigen in den Spielotheken sei stark abhängig von den Betreibern und Mitarbeitern. Der Staatsvertrag, auf dem die Präventionsarbeit fuße, gelte für derartige Betriebe nicht.

Auch anonyme Beratung

„Oft ist es gar nicht bekannt, dass es eine Beratung für Spielsüchtige gibt“, betont Mix-Puschmann. Im Ammerland gibt es seit Oktober 2009 eine Gruppe ehemaliger Spieler, die sich jeden Dienstag ab 17.30 Uhr in den Räumen der Diakonie im Fährweg 2 in Bad Zwischenahn trifft. Aber auch eine anonyme Beratung ist möglich. Telefonisch können Betroffene einen ersten Kontakt unter Telefon 04403/3179 knüpfen.

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