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NWZonline.de Region Ammerland Kultur

Ohrwürmer ausgesprochen flott unterwegs

14.08.2017

Felde Ohrwürmer, musikalische, werden vom Hörer gern hingenommen. Doch die Frage, wie sich Ohrwürmer eigentlich bewegen, stellt niemand. Im Falle der Ohrwürmer, die das Ensemble Concerto Foscari mit in die Kapelle in Felde gebracht hat, wäre die Antwort verblüffend: Sie bewegen sich völlig unwurmgemäß! Nie kriecht die eingängige und einschmeichelnde Musik von Georg Philipp Telemann, Pierre Prowo oder Johann Gottlieb Graun. Zügig sind die Tempi in den Allegri, wiegend in den Adagios. Doch vor allem: Sie hetzen nie. Immer lassen sie der Musik Raum zum wundervollen Aufblühen.

Nicht von ungefähr haben sich die fünf Streicher und ihr Cembalist in die vordere Reihe jener Formationen gespielt, die ebenso leidenschaftlich wie lässig Weichheit wie Kantigkeit des Originalklangs ausreizen. Vor allem im gewichtigen Basso Continuo mit Violone, Gambe, Cembalo und Barockgitarre setzen sie vielfältige und filigrane Akzente.

Alon Sariel hat das Ensemble in Hannover gegründet. Der Israeli genießt international hohes Ansehen als Mandolinen-Virtuose. Das hat dem von der Vortragsvereinigung geförderten Auftritt in dem voll besetzten Baptisten-Bethaus den Titel „Teleman(n)dolin“ eingebracht. Sariel hat von Telemann Violinstimmen für sein Instrument umgeschrieben (Konzert cis-Moll, Sonate de concert). Dynamisch stimmt er diese Parts über seine lockere Geläufigkeit hinaus vielfältig ab und bezwingt mit einer klugen Kunst der Improvisation. Möchte man die Streicher-Originale überhaupt noch hören?

Elisabeth Champollion fasziniert auf der Blockflöte vor allem mit der Vielfalt ihres Klangs. Dünn kommt der nie herüber. Die längst etablierte junge Bremerin spielt voll aus dem Körper heraus. Sie mischt ihn zum einen mit dem Tutti-Klang. Zum anderen lässt sie ihn fanfarenhart herausschnellen. Und ihr virtuoses Zusammen- und Wechselspiel mit den Violinen elektrisiert geradezu.

Telemanns a-Moll-Suite, Prowos Triosonate d-Moll oder Grauns Konzert C-Dur, das alles sind eingängige Ohrwürmer aus dem 18. Jahrhundert. Leicht graben sich die Melodien und tänzerischen Rhythmen in die Ohren. Leicht flutschen sie wieder heraus. Doch auch inmitten von so viel Gefälligkeit blitzt immer wieder auf, wie viel Tiefgang in Erfindung, Verarbeitung und Emotion die Werke haben.

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