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Aktualisiert vor 35 Minuten.

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NWZonline.de Region Ammerland Kultur

Geburtstag geht Heiligabend immer extra

24.12.2015

Wiefelstede Heiligabend läuft seit Jahrzehnten stets folgendermaßen ab: Morgens feiert Herbert Rüger in seinem Haus am Wemkendorfer Weg mit der Familie seinen Geburtstag, abends wird bei Tochter Angelika Möller in der Straße „Am Brink“ der Heilige Abend – ebenfalls im Kreis der Familie – begangen. Herbert Rüger bekommt so auch zweimal Geschenke an diesem ganz besonderen Tag. Heute feiert der Wiefelsteder seinen 93. Geburtstag.

Offizieller Besuch

Sogar offizieller Besuch wird erwartet. Bürgermeister Jörg Pieper schaut vorbei, auch Pfarrerin Gesa Schaer-Pinne kommt – morgens, wohlgemerkt. Auch zwei Kinder, drei Enkel und drei Urenkel werden dabei sein, berichtet der einstige Leiter des Postamtes Wiefelstede. Von 1957 bis 1982 stand er dem Amt vor, in all diesen Jahren arbeitete er dort gemeinsam mit Ehefrau Mariechen, die vor knapp drei Jahren verstarb. „Wir sind sogar beide am selben Tag in Rente gegangen“, erzählt der Wiefelsteder. Mariechen Rüger hätte eigentlich schon zehn Monate früher in Rente gehen können, arbeitete aber weiter, bis ihr Mann ebenfalls aufhörte – mit 60, weil er 1942 im Krieg verwundet worden und letztlich schwerbehindert war.

Bevor Herbert Rüger begann, seinen Geburtstag morgens zu Hause zu feiern, hatte er im Postamt gemeinsam mit Ehefrau Mariechen die Kollegen von Beginn an stets zum Frühstück eingeladen. „An diesem Tag haben die Kollegen die zu verteilende Post immer selbst in Oldenburg abgeholt und sie in Wiefelstede in die Fächer für die Postboten einsortiert. So waren wir mit der Arbeit schneller durch, als wenn wir auf den regulären Postwagen aus Oldenburg gewartet hätten“, erinnert sich Herbert Rüger an eine Gepflogenheit, die bis zu seinem Ausscheiden im Jahr 1982 Tradition war im Wiefelsteder Postamt.

Schwerer Brocken

Geboren wurde Herbert Rüger 1922 in Militz bei Leipzig. „Nicht weit entfernt von Mitternacht“, wie er erklärt. „Ich war ein ziemlich schwerer Brocken“, lacht er: Elf Pfund brachte er da bereits auf die Waage. 1942 kam er erstmals in die Gemeinde Wiefelstede – nach Bokel, als Trauzeuge für seine Schwester, die ihren späteren Mann bei der Marine in Swinemünde kennengelernt hatte. In Bokel lernte er seine Mariechen kennen, die er 1943 heiratete. Herbert Rüger zog auch in den Krieg, wurde eben 1942 im gebiet des heutigen Tschechien verwundet. Folge des Krieges war auch, dass Rügers nach Kriegsende von Bokel nach Wiefelstede umziehen mussten, weil Quartiere für Flüchtlinge gebraucht wurden. „Bis 1954 kamen wir in der Pfarrei unter“, erinnert sich Herbert Rüger an die Zeit im heutigen Rudolf-Bultmann-Haus in der Kirchstraße. 1954 zog die Familie dann ins selbst gebaute Eigenheim am Wemkendorfer Weg ein, in dem Herbert Rüger noch heute wohnt.

Rätselfreund

Herbert Rüger ist ältestes Mitglied des Männergesangvereins „Liedertafel 1880“ Wiefelstede, er trat dem Chor bereits 1950 bei und sang im 2. Tenor. Seit 1982 ist er gesanglich nicht mehr aktiv. Mitglied aber ist er geblieben. Er malt und bastelt auch viel, wie jede Menge Bilder und die schönen Holzarbeiten in und vor seinem Haus zeigen. Und Herbert Rüger rätselt gern. So hat er sich dieses Jahr denn auch den neuen Shell-Atlas gewünscht, weil da die neuen Kfz-Kennzeichen drinstehen, die er fürs Kreuzworträtsel benötigt. Unklar blieb allerdings, wann er ihn an diesem Donnerstag bekommt: morgens zum Geburtstag oder doch erst abends zu Weihnachten.

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