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NWZonline.de Region Ammerland Kultur

Grenzgänger auf der Bühne ohne Grenzen

24.11.2014

Rastede „Warum heißt Ihr Programm ‚Baustelle Europa – Ein Pole packt ein/aus‘“, wollte ein Besucher Sonnabend in der Aula der Kooperativen Gesamtschule Rastede von Marek Fis wissen. Diese Frage konnte der polnische Comedian schnell beantworten: „Hätte ich einen polnischen Titel genommen, hieße der übersetzt ‚Haus fertig‘“.

Mit dem Auftritt des 28-jährigen Künstlers erlebte Rastede einen Kulturhöhepunkt. Der bitterböse Satiriker, der mit seinen Lebensbetrachtungen vor nichts Halt machte, alle und alles, auch sich selbst, durch den Kakao zog, begeisterte das Publikum von Anfang an. Neben vielen deutschen Gästen hatten auch zahlreiche polnische Bürger den Weg nach Rastede gefunden.

Der Kontakt zum Publikum war schnell geknüpft. Eine polnische Hymne läutete das Programm ein und brachte die Zuschauer zum Mitklatschen. Der „Ostblock-Latino“ (Marek Fis über sich selbst) erschien in T-Shirt und der schon fast peinlichen Jogginghose, natürlich mit Plastiktüte in der Hand. Während des gut zweistündigen Programms bediente er alle Vorurteile und Klischees, die zwischen Polen und Deutschen bestehen – von der Politik über das Showgeschäft und Fernsehserien bis hin zum Fußball. „Prinz Poldi“ musste ebenso herhalten wie das Kölsche Bier: „Unser Leitungswasser in Polen hat ja noch mehr Promille“. Und während ein Deutscher nach dem Genuss einer halben Flasche Wodka „die unterschiedlichsten Fremdsprachen spricht“, sagt ein Pole nach der gleichen Menge: „Ich höre jetzt wohl auf, weil ich noch gleich Auto fahren muss.“

Dieser auf die Spitze getriebene Humor hatte Fis in den Anfängen als Comedian nicht nur Freunde gebracht. „Früher habe ich von Landsleuten Morddrohungen erhalten. Heute verstehen Deutsche und Polen, worum es geht“, so der Grenzgänger.

Was der Comedian bot, war aber nicht nur Humor um jeden Preis. Bei einigen Sequenzen blieb den Gästen das Lachen fast im Halse stecken. Und ganz ohne komödiantischen Inhalt plädierte Fis für einen ehrlichen und respektvollen Umgang mit den Alten in unserer Gesellschaft: „Alte Menschen dürfen nicht in die Ecke unserer Gesellschaft gedrängt und in Heime abgeschoben werden. Sie haben unseren Respekt verdient“, forderte er gerade von den Deutschen ein anderes Verhalten ein.

Dass der Comedian den Weg nach Rastede gefunden hatte, war Gunter Zinkgraf zu verdanken. Der Eventmanager aus Rastede hatte den Künstler bereits in seinem Event- und Kulturtheater in Delmenhorst auftreten lassen. „Mit der Neuen Aula haben wir auch in Rastede ein tolles Veranstaltungsforum, das ich auch zukünftig gern nutzen möchte“, kündigte Zinkgraf weitere kulturelle Höhepunkte an.

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