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NWZonline.de Region Ammerland Kultur

Große Politik und Toilettengeflüster

27.02.2010

RASTEDE Jetzt weiß Rastede endlich, wo sich „das wahre Leben“ abspielt, nämlich auf der Mädchentoilette mit Klatsch und Tratsch und Mobbing. Und nicht nur dort schlägt die Neuzeit kuriose Kapriolen. Da wird auf dem Schulhof doch tatsächlich gedealt – allerdings keine Drogen, sondern illegale Kopien von Hits. Aber da greift natürlich die Schülerpolizei ein . . .

Das und noch viel mehr präsentierte das Kabarett „Ante Portas“ der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Ra­stede an zwei Abenden einem begeistertem Publikum. Unter der Leitung von Maike Klüver und Rainer Pauleit hatten Meike Bürger, Jan Berger, Imke-Marie Hormann, Alexander Wendler, Helene Plümer, Vanessa Schultheiß, Isabel Weiss, Elin Skrzipczyk, Nadine Menke, Mareike Klarmann, Friederike Busch, Carolin Köne, Alexander von Essen, Jacqueline Acquistapace und Felix Virmani ein rund zweistündiges Programm einstudiert, das eine Überraschung nach der anderen bot.

Da präsentierten die jungen Leute die passende Garderobe für „den Lehrkörper und natürlich auch die Lehrkörperin“. „Musik in den Ohren“ einer Psychologin war der Streit zwischen zwei Mädchen nicht mehr einer Fäkalsprache, sondern in wohlfeiler Wortwahl. „Die Bahn mit Kuh“ nahm die Warteschlangen am Bahnschalter auf die Schippe.

Mit „Hessens Koch brütet was aus“ nahmen die Kabarettisten die Steuersünder aufs Korn, und die FDP bekam im Massagesalon „Freie Deutsche Physiotherapie“ ihr Fett weg – im wahrsten Sinne des Wortes.

Und die „große Politik“ spiegelte sich auch in der Seniorenresidenz wider, in der sich die heute Mächtigen dieses Landes in Zukunft treffen, um über die alten Zeiten zu lästern: „Wir hatten immer mehr Geld und die Bedürftigen immer weniger.“

Wieder in der Gegenwart, durfte die Diskussion um die „Homo-Ehe“ ebenso wenig fehlen wie das „Toilettengeflüster“ und die Parodien auf die heutigen Lebensweisen: mit „Forumlifestyleklappedie dritte“ oder der „digitalen Weltsicht“ – ohne Kamera geht es nicht. Und ohne Medientechnik schon gar nicht, wenn man „soooo online“ ist. Die Alternative, wenn man die Telekom mit Dollars aus „Second live“ bezahlen will und „offline“ geschaltet wird: „Jetzt werd’ ich fernsehsüchtig“, verriet der „User“ und verschwand mit irrem Lachen.

Tosender Beifall belohnte die jungen Akteure für das Kabarett auf hohem Niveau und die schauspielerischen Leistungen. Mit gestaltet wurde der Abend von der Jazzband der KGS unter der Leitung von Christian Buckmann – mit Stücken vom „James Bond Theme“ über „Fever“ bis zu „Spinning Wheel“. Stühle und Tische mit Salzstangen zum Knabbern sorgten überdies für Bar-Atmosphäre an einem Abend, an dem sich die KGS erneut als bedeutender Kulturträger der Gemeinde präsentierte.

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