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NWZonline.de Region Ammerland Kultur

Dorfentwicklung In Edewecht: Aus Denkmal wird ein Mahnmal

17.04.2019

Jeddeloh Es ist noch nicht so lange her, dass Jeddeloh II unter anderem eine neue Radfahrer- und Fußgängerbrücke, zwei Buswartehäuschen und eine Sportplatz-Bepflanzung bekommen hat. Deshalb gilt die 1336-Seelen-Gemeinde im Rahmen der Dorfentwicklungsplanung „Edewecht-Ost“ auch als „Betrachtungsraum“.

Dennoch fand auch hier, im Gasthof „Goldener Anker“, ein Dorfgespräch statt, an dem mehr als 50 Bürgerinnen und Bürger teilgenommen haben.

Warum leben Sie in Jeddeloh II

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„Den Leuten hier ist die Dorfgemeinschaft am wichtigsten“, betont Ortsvorsteher Ike Twelker. „Es gibt viele Vereine hier, genauer gesagt zwölf, in denen man tätig werden kann und durch die man auch Zugang zur Dorfgemeinschaft bekommt“. Dass das nicht jeder möchte, ist ihm bewusst. „Ich denke mal, dass sich rund 50 Prozent der Neubürger integrieren, während die Übrigen nur zum Schlafen hier sind“, erklärt der Jeddeloher.

Insbesondere die vielen Feste und Veranstaltungen machen das Dorfleben in Jeddeloh aus. Das Dorffest zu Christi Himmelfahrt, der Weihnachtsmarkt, das Maibaumsetzen, die Laternenumzüge, Ortsreinigungen und vieles mehr. Doch das sind längst nicht alle Gründe, warum sich Menschen entscheiden, in Jeddeloh II sesshaft zu werden. „Besonders schön ist, dass bestimmt 40 Prozent derjenigen, die herziehen und zur Miete wohnen, später auch hier bleiben“, findet Twelker.

Die relative Nähe zu Oldenburg ist ein wichtiger Faktor dafür, aber auch die Tatsache, dass Bauland und Immobilien verhältnismäßig erschwinglich sind, trotz der Nähe zur Großstadt. Wer also Ruhe in der Nähe zu Oldenburg sucht, ist in Jeddeloh II richtig.

Was macht Jeddeloh II aus?

„Unser Dorf ist durch den Kanal getrennt und doch vereint“, nennt der 65-Jährige eines der Hauptcharakteristika des Orts. Die neue Brücke über den Kanal hat ihren Teil dazu beigetragen, dass beide Teile noch ein bisschen näher zusammenrücken konnten. Ein weiterer Identifikationsfaktor in Jeddeloh II ist natürlich der Fußball. „Das wurde bei dem Dorfgespräch auch gesagt, erinnert sich Twelker. „Ist ja schließlich ein Regionalligist.“

„Die Menschen helfen sich untereinander“, merkt Ike Twelkers Frau Marion (62) an. Das merkt auch Ike Twelker immer wieder, aktuell bei einem großen Projekt im Ort, einem alten Denkmal aus Zeiten des Zweiten Weltkriegs, das derzeit in ein Mahnmal umgebaut wird. „Unternehmen unterstützen uns mit Baustoffen, viele Bürger bieten ihre Hilfe an“, zeigt sich der Jeddeloher erfreut. Ziel des Mahnmals: Wechselnde Schlagwörter wie „Gewalt“, „Krieg“, „Vertreibung“ oder „Flucht“ sollen Vorbeifahrende zum Nachdenken animieren. „Ein paar Wochen wird es wohl noch dauern, bis alles fertig ist“, sagt Twelker.

Was sollte sich in Jeddeloh II verändern?

„Wir sind ja nur Betrachtungsraum, aber natürlich dürfen wir ja trotzdem Wünsche formulieren“, sagt Ike Twelker. „Wir wünschen uns, dass sich Jeddeloh II in dem Maße langsam vergrößert, dass sich eine kleine Infrastruktur halten kann.“ Speziell einen kleinen Lebensmittelladen sähe man dort gern. „Aber der soll auch leben können.“ Der letzte Lebensmittelhändler hat vor einem Jahr dichtgemacht. „Aber immerhin haben wir eine Bäckerei und einen Gasthof“, hebt der 65-Jährige hervor.

Ein weiterer Wunsch besteht darin, die Radwegestruktur zu verbessern, und zwar in Richtung Jeddeloh I, Edewecht und Klein Scharrel. „Wir müssen zusehen, dass wir unser Netz in das der anderen integrieren“, erklärt Twelker, „weil wir nur so die Chance haben, Fördermittel zu bekommen“. Hinzu kommt, dass auch entlang des „Langer Damm“ ein Radweg fehlt, und dass die Trockenheit des vergangenen Sommers viele Schäden an der Verkehrsinfrastruktur hinterlassen hat. Zum Thema Verkehr haben die Jeddeloher noch einen weiteren Wunsch: „Die VBN-Busse sollten öfters fahren, auch sonntags und überhaupt am Wochenende“, schlägt Marion Twelker vor, „damit man auch mal abends Kulturangebote in Oldenburg nutzen kann“. Ihr Mann fügt hinzu: „Schließlich möchte man ja auch mal ein Glas Wein oder Bier trinken.“

Ein letzter Punkt: „An der Brücke gibt es seit zwei Jahren zwei Doppelhäuser, die seit langem keinen Baufortschritt mehr zeigen“, sagt Ike Twelker, „da kommen viele Leute dran vorbei und es sieht immer aus wie Baustelle, was auch für die Zufahrt zur benachbarten Turnhalle gilt.“

Wie sehen Sie Jeddeloh II in Zukunft?

„Besonders wichtig für uns ist, dass sich der Nachwuchs in den Vereinen wieder stabilisiert“, nennt Ike Twelker ein großes Problem. Denn: Die Vereine fahren zum Teil am untersten Limit. „Wir hätten gern ein Konzept, mit dem man diesem Trend entgegenwirken und wieder mehr Nachwuchs finden kann“, sagt er.

Versucht hat man in Jeddeloh II schon viel, doch absolut nichts hat den gewünschten Effekt gebracht: „Wir haben bei Facebook geworben“, nennt der Jeddeloher ein Beispiel, „aber die Resonanz war gleich Null.“

Vielleicht sei man ja inzwischen betriebsblind geworden und benötige nur einen kleinen Hinweis von einem Außenstehenden, dem auf den ersten Blick auffalle, woran es liegen könnte, so Ike Twelker weiter. „Die Gemeindeverwaltung hat aber schon gesagt, dass es womöglich schwierig werden könnte mit einem solchen allgemeingültigen Konzept“, sagt Ike Twelker.

Ingo Schmidt Redakteur / Redaktion Westerstede
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